Ein ganz persönliches Portrait: Raja

Dienstag, Oktober 09, 2012

Liebe MitBlogger,

in den kommenden Wochen  möchte ich euch hier auf meinem Blogg und auf der HP sehr persönliche Portraits einiger Tibet Terrier vorstellen. Jeder Hund ist für sich etwas ganz Besonderes und diese manchmal "kleinen" aber auch "großen" Besonderheiten möchte ich in den Portraits vorstellen - viel Spaß beim Lesen!


Beginnen möchte ich meine Portrait-Serie mit Raja. Raja ist  ein reinrassiger Tibet Terrier mit einer ganz besonderen Tibi-Farbe (Braun), die zwar nicht dem üblichen F.C.I. Standard entspricht (dort heißt es leider, zulässig ist jede Farbe außer Schokoladen- oder Leberbraun), sich aber  trotzdem mit dieser "Fehlfarbe" Tibiwohl wohl fühlt.  Durch ihre  außergewöhnliche Farbe bekam sie irgendwann den Spitznamen Schokoprinzessin.


Raja wurde am 23.8.2008 mit ihren drei Geschwistern geboren. In diesem Vierer-Wurf war sie die einzigste die mit ihrer Fellfarbe aus der „Reihe tanzte“, ihre Geschwister waren alle black and tan. Die Familie von Raja ist schon lange mit der Züchterin befreundet und hatte schon viele Würfe aufwachsen sehen und jedes Mal der Versuchung widerstanden einen Welpen zu nehmen.  

Irgendwann war die Zeit dann aber doch reif für den Zweittibi und als Evy , die schwarze Tibet Terrier Hündin ihrer Familie 12,5 Jahre alt war und sie wussten, dass ein Wurf geplant war, haben sie sich für ein Hundebaby angemeldet. Die Vorfreude war groß und eigentlich war geplant das sie bei der Geburt dabei sein durften. Aber die kleinen Tibi-Zwerge hatten es so eilig auf die Welt zu kommen, dass sie die Anfahrt leider nicht geschafft haben Dass dieses Mal eine braune Hündin dabei war hatten sie dann aber schon bei einem Telefongespräch erfahren.  

 
 
Rajas Frauchen fing plötzlich an zu grübeln, ein brauner Tibet Terrier ist ihnen schon vor vielen Jahren mal begegnet, sie fanden ihn beide wunderschön. Ziemlich selten sind sie auch und da die Familie keine züchterischen Ambitionen hatten, würde doch so ein kleines braunes Tibi-Mädel bestimmt gut zu ihnen  passen?! Beim Herrchen musste ein bisschen Überzeugungsarbeit geleistet werden und als mit 2 Wochen die kleinen Tibi-Augen geöffnet waren, war auch seine anfängliche Zurückhaltung verflogen und er verliebte sich schnell.
Raja zog Ende Oktober 2008 zu ihrer Familie und hat ihr Leben sofort ordentlich durcheinandergewirbelt.Sie war nicht nur farblich anders, sondern hatte auch vollkommen andere Charakterzüge wie das altes Tibi-Mädel Evy: hyperaktiv, anhänglich, verschmust und überhaupt nicht zurückhaltend.


Die fast 3,5 Jahre, die die zwei Tibi-Mädels miteinander verbracht haben, hat dann gezeigt, dass sich auch eine Seniorenhündin und ein kleiner junger brauner Tibi-Feger noch prima miteinander anfreunden können. Ernsthafte Auseinandersetzungen hat es zwischen den beiden unterschiedlichen Hundefreundinnen nie gegeben. 



Die Hyperaktivität und sehr unglückliche Umstände führten dann zu, dass Raja sich im Alter von nur 10 Monaten die linke Vorderpfote (Elle und Speiche waren komplett durchtrennt und gesplittert) brach. Zwei Operationen zum Setzen und Entfernen der Platinschiene mit etlichen Schrauben folgten innerhalb von 6 Monaten. Insgesamt ein ¾ Jahr in ihrem noch so jungen Leben ohne wirkliche soziale Kontakte mit anderen Hunden, kein wirkliches Spiel und absoluter Leinenzwang, kein Springen und Toben hat Raja mit ihrem Rudel zusammen gemeistert und die Freude war riesig, dass sie ihren schwierigen Beinbruch ohne Amputation überstanden hatte und in dieser Zeit ihre Fröhlichkeit und ihre freundliche Art auf Tiere, Menschen und sogar auf TÄ zuzugehen nicht verloren ging.


Als Raja wieder ein richtiger Hund sein durfte und sie sich endlich wieder nach Herzenslust austoben konnte, bekam die älter Hündin, Evy mit 15 Jahren die ersten ernsthaften Alterswehwechen, getrennte Gassigänge waren ab sofort vorprogrammiert um beiden Hunden gerecht werden zu können. Raja ging in der Zwischenzeit auch wieder nach einer langen Pause in die Hundeschule und betrieb mit ihrem Herrchen ein bisschen Hundesport, insgesamt ist sie besonders in Evy’s letzter Lebensphase, die intensive zeitliche Pflege in Anspruch nahm, sicherlich ein wenig zu kurz gekommen, hat das aber erstaunlich ruhig und gelassen hingenommen.


Als Evy immer schwächer wurde, körperlich immer mehr abbaute und sie auch geistig immer mehr in ihrer eigenen Welt versank, musste eine Entscheidung getroffen werden, die allen unendlich schwer gefallen ist - die endgültige Trennung nach 16,5 Jahren stand bevor und Evy mußte Ende Mai 2012 leider über die Regenbogenbrücke gehen. Raja lebt jetzt bei ihrer Familie als Einzelhund und genießt die volle Aufmerksamkeit sichtlich. V ielleicht wird aber auch irgendwann, wenn die Zeit dafür reif ist, wieder eine Tibeter-Gefährtin bei ihrer Familie einziehen.
 
Fragt man ihr Frauchen wie sie Raja beschreiben würde:
 
Freundlich, aufmerksam, neugierig, anhänglich, dickköpfig, manchmal schreckhaft und sensibel, ein sprechender Tibeter, der lauthals meckern kann wie eine Bergziege, ein echter Kumpel und gute Laune Tibi mit einer außergewöhnlichen Fehl/Fellfarbe.

Einfach ein ganz besonderer Tibeter Terrier


und ich freue mich, dass ich Raja hier  vorstellen durfte,
vielen Dank Claudia für dieses ganz persönliche Portrait!

liebe Grüße




Weitere Links:

Raja´s Homepage -   Tibet Terrier Raja Schokoprinzessin
 

Mehr über die Fellfarbe "braun" gibt es hier.

Text + Fotos:
Claudia, Rajas Frauchen

 

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5 Kommentare

  1. Liebe Claudia,

    das ist aber ein guter Bericht von Deiner wunderschönen Schokoprinzessin.

    Weißt Du, warum braun als Fehlfarbe gilt? Es sieht doch toll aus. Und Raja ist ja auch sonst ein typischer Tibi ohne gesundheitlich Probleme. Ist ja eigentlich schade.

    Auf der anderen Seite ist und bleibt sie so immer etwas Besonderes, für Euch sowieso, aber auch für uns Betrachter.


    Ich wünsche Euch weiterhin eine tolle gemeinsame Zeit und hoffe, noch viel von Raja zu hören und zu sehen. Obwohl ich gerne zobelfarbene Tibis mag, finde ich Raja sehr, sehr hübsch.

    Viele liebe Grüße


    Sabine

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  2. Hallo Sabine,
    ich versuche Dir Deine Frage zu beantworten. Es gibt Vermutungen, dass sich bei der Zucht und Verpaarung von braunen Tibet Terriern der Nasenspiegel langsfristig aufhellen könnte. Eine andere Annahme ist, dass sich die Gene langfristig verändern und mutieren könnten, gerade an die letzte These kann ich nicht wirklich glauben.
    Es wurden schon so viele Horrorgeschichten über gesundheitliche Probleme bei braunen Tibet Terriern verbreitet, dass wohl viele Menschen abgeschreckt wurden sich näher mit den braunen Tibi's zu befassen.
    Ich habe mir schon oft die Frage gestellt, wie die Farbe Goldzobel beim Tibet Terrier entstanden ist und bin überzeugt davon, dass es diese Farbe ohne die Einkreuzung brauner Tibet Terrier nicht gegeben hätte.
    Das braune Tibet Terrier zur Zucht zugelassen werden, glaube ich nicht, dass es mittlerweile aber einen Gentest gibt, der verhindern kann, dass braune Tibet Terrier geboren werden, halte ich persönlich für mehr als fragwürdig. Das ist meine persönliche Einschätzung der Lage und ich freue mich, das Dir meine Raja trotz der Fehl/Fellfarbe so gefällt.
    LG
    Claudia

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    Antworten
    1. Danke Claudia, für deine Erklärung. Egal, wie es ist, ich finde Raja toll und hätte auch nichts gegen die Zulassung der braunen Farbe.

      Ich wünsche Dir noch eine tolle Zeit mit Raja.

      Viele liebe Grüße

      Sabine

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  3. Mit großer Freude habe ich den Bericht über Raja gelesen und bin begeistert, auch von den wundervollen Fotos. Sie ist so ein schönes Tibimädchen. Letztes Jahr durfte ich sie persönlich kennenlernen. Sie ist ein echter Schatz.

    LG Doris

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  4. Dem kann ich mich nur anschließen, auch ich bin von diesem Bericht ganz begeistert.
    Raja, ist eine sehr schöne Hündin -(und für außenstehende hat die Farbe "Braun" etwas
    ganz besonderes.

    LG Gaby

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