Meine Hundegeschichte: Eine schicksalhafte Begegnung
Samstag, Dezember 05, 2015Eine schicksalhafte Begegnung …
Ziellos ging ich von Geschäft zu Geschäft. Mir fiel es schwer die Tage mit Leben zu füllen und am liebsten wäre ich morgens oft einfach liegen geblieben. „Du musst mehr unter Leute gehen“, sagte ich mir immer wieder. Daher hatte ich mir heute vorgenommen, in unserem Lieblings-Café einen Cappuccino trinken.
Schon beim Betreten des Cafés sah ich das es hoffnungslos überfüllt war. Suchend blickte ich mich um und bemerkte eine kleine alte Dame mit silbernen Löckchen, die mir zuwinkte. „Wer ist das?“, fragte ich mich und ging auf die Frau zu. „Bei mir ist noch ein Platz frei. Setzen Sie sich doch!“ „Oje“ dachte ich. Ohne unhöflich zu sein, konnte ich jetzt nicht gehen und so setze ich mich zögernd zu ihr. Doch schon nach wenigen Minuten war ich in ein angenehmes Gespräch mit ihr vertieft. Ohne es zu bemerken erzählte ich der Dame von meiner Angst vor Weihnachten und der Einsamkeit. Ich erzählte von den Reaktionen meiner Bekannten: „Das wird schon wieder.“ „Du bist noch jung genug eine Frau kennenzulernen.“ Ich fühlte mich unverstanden von ihnen. Schließlich wollte ich einfach nur meine Tage mit neuem Leben füllen und nicht mehr so einsam sein. „Ich glaube ich kann Ihnen helfen“, sagte die Dame zu mir und schaute mich mit ihren strahlend blauen Augen an, die so gar nicht zu dem faltigen Gesicht passten. „Ich kenne jemanden der genauso einsam ist wie sie und gerade jetzt, kurz vor Weihnachten, dringend einen Freund benötigt! Bruno ist ein sehr enger und lieber Freund von mir. Ich bin leider nicht mehr da und wäre beruhigt, wenn ich wüsste er hätte jemanden an seiner Seite“, erzählte die alte Dame. Normalerweise hätte ich so ein Angebot zwar höflich, aber bestimmt abgelehnt. „Aber warum eigentlich nicht?“ dachte ich. „Wo wohnt denn dieser Freund?“, fragte ich, vielleicht kann ich einmal bei ihm vorbeischauen.“ Freudig lächelte die alte Dame mich an. „Das würden Sie wirklich machen? Gleich?“ Ich zögerte. Aber warum eigentlich nicht? Es war 15 Uhr und was hatte ich heute noch vor? „Das mache ich!“, sagte ich der Dame. Geben Sie mir die Adresse dann schaue ich bei Ihren Freund Bruno gleich mal vorbei. Ein glückliches Strahlen ging über das Gesicht der alten Frau. Sie bedankte sich und nannte mir eine Adresse gar nicht so weit vom Café entfernt.Ich machte mich auf den Weg zur Leopoldstraße 8, die mir die alte Frau als Adresse genannt hatte. Das Haus machte einen verlassenen Eindruck und auf mein Klingeln öffnete niemand.
„Wurde ja auch Zeit, dass der Hund endlich abgeholt wird. Ich habe der Polizei gleich gesagt, das kann nur eine Notlösung bei mir sein. Sie wissen ja, das städtische Tierheim ist total überfüllt. Was hätte der arme Kerl denn da machen sollen?Heute drei Monate später bin ich selbst noch überrascht über meinen spontanen Entschluss Bruno mitzunehmen. Die ersten Tage waren anstrengend. Wir mussten unseren gemeinsamen Rhythmus finden und uns kennenlernen.
Heute sah ich schon vom weiten, dass die Bank besetzt war. Die silbernen Löckchen kenne ich doch, dachte ich, als mir die alte Dame schon zuwinkte. Bruno zog und zerrte an seiner Leine und konnte es kaum abwarten, die Bank zu erreichen.

2 Kommentare
Danke für deine liebe Erwähnung.
AntwortenLöschenEs hat mir großen Spaß gemacht und deine schöne Geschichte bringt es auf den Punkt.Immer versuchen Mut zu fassen.Ein kleines und oft auch großes Licht zeigt oft Trost und neue Perspektiven. Gerade jetzt wo auch in der Welt soviel schreckliches passiert sind es solche Geschichten, die unser Herz erwärmen und berühren.
Ich wünsche uns allen eine schöne Weihnachtszeit und freue mich auf weitere schöne Geschichten
Danke für Deinen Adventskalender.
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