...und plötzlich ist es ganz still bei uns im Haus. Ein komisches Gefühl nach neun Tagen mit Lotta, die während des Urlaubes meiner Eltern bei uns war. Der Garten ist wieder aufgeräumt und keine Spielzeugplüschis liegen verstreut auf dem Rasen. Auch der schwarze Ohrensessel im Wohnzimmer sieht richtig leer und verlassen ohne Lotta aus, die sich die "Tabuzone" schnell als ihren Lieblingsplatz erobert hat.
In den letzten Monaten sind Lottas Besuche bei uns weniger geworden. Mein Vater ist für Lottas DIE Bezugsperson und seit dem er im Frühjahr in Rente gegangen ist, sind die beiden ständig gemeinsam unterwegs. Trotzdem hatte "Lottchen" mit der Eingewöhnung bei uns keine Probleme - sie genießt die Zeit mit ihrem großen Bruder Chiru immer sehr.
Schmunzeln muss ich immer über Chiru, der seine Rolle als großer Bruder für sich mit der Zeit neu definiert hat. Anfangs durfte Lotta ihm alles "klauen", auch sein Lieblingsspielzeug und sie hatte sehr große "Narrenfreiheit". Mittlerweile ist er selbstbewusster im Umgang mit ihr geworden und zeigt ihr deutlicher seine Grenzen.
Ein zweiter Hund war viele Jahre ein großer Wunsch von mir. Heute bin ich froh, dass er sich nie realisiert hat. Chiru und mich verbindet eine so enge Bindung und wir sind ein stark eingespieltes Team - ich weiß nicht, ob da genug "Raum" für einen zweiten Hund geblieben wäre. In der Konstellation mit Lotta ist das perfekt. "Lottchen" liebt es bei meinem Mann auf der Coach zu kuscheln und sieht mich nicht als DIE Bezugsperson. Das ist herrlich für Chiru, der mich so nicht teilen muss. Aber auch Chiru zeigte neue Seiten bei unserem Übernachtungsgast. Erinnert ihr euch noch an das Foto von ihm eingekuschelt im Bett (-> Typisch Tibet Terrier oder einfach Chiru?)? Dieses Foto war ja gestellt, weil er nur sehr ungern im Bett liegt. Von daher staunte ich nicht schlecht über diesen Anblick:
Bei den gemeinsamen Spaziergängen punktet dann aber auch wieder ein zweiter Hund für mich. Wenn es nicht gerade in Strömen regnet und man danach gleich zwei Langhaarhunde säubern und föhnen muss... Das Pech hatten wir nämlich gleich die ersten beiden Tage, die komplett verregnet waren. Aber ansonsten macht es riesigen Spaß mit den beiden unterwegs zu sein. Sie spielen viel miteinander und stacheln sich immer wieder gegenseitig zu einem kleinen Rennen an.
Mein persönliches Fazit nach neun Tagen ist, dass zwei Hunde oft auch doppelten Spaß bringen. Perfekt ist es, wenn beide so wie Lotta und Chiru einen unterschiedlichen Charakter haben und sich damit ergänzen. Für mich wäre ein zweiter Hund in der Beziehung zu Chiru aber nicht denkbar und ich genieße es, dass ich meine gesamte Aufmerksamkeit und auch Liebe auf meinen "Mr. Wichtig" konzentrieren kann.
Häufig hört oder liest man, dass ein älter Hund noch einmal richtig "aufblüht", wenn ein jünger dazu kommt. Ich stelle mir diese Konstellation aber eher schwierig vor. Wie wird man dem Jungsspund gerecht ohne den Senior zu vernachlässigen? Gerade bei Chiru muss ich phasenweise wegen seinen Rückenproblemen darauf achten, dass er sich nicht zu viel spielt oder tobt - wie soll das mit einem zweiten Hund funktionieren? Würde ich den zweiten Hund genauso lieben, wie Chiru - mit dem mich jetzt schon so viele Jahre verbinden? Fragen über Fragen - aber vielleicht habt ihr ja die Antworten dazu?! Wie sind eure Erfahrungen mit einem zweiten Hund oder habt auch ihr euch ganz bewusst dagegen entschieden?
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