liebe Bloggleser!
Gerne kann ich erzählen wie ich zu
Jack kam. Welche positiven aber auch negativen Seiten sein Einzug,
bzw. die Vorbereitung dazu hatte.
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| Jack heute - ein verspielter kleiner Hund der die Welt erobert! |
Ganz am Anfang muss ich sagen, dass
ich keinen Hund aus dem Ausland wollte.
Ich hatte auch so ein bisschen die
Einstellung “Wir haben doch hier genug Hunde!” und die Einsicht,
das Tierschutz nicht an Landesgrenzen halt machen sollte und das man
dem Tier helfen kann, dass gerade Hilfe benötigt, völlig egal
woher es stammt, kam erst später. Übrigens öffnete mir dazu ein
Artikel im Internet die Augen, in dem Mickey Rourke stark kritisiert
wurde sich einen Hund aus Rumänien mitzubringen, einem Land in dem
er beim Aufbau eines Tierheims half. Eine amerikanische
Blogschreiberin verteidigte ihn mit so guten Argumenten - völlig
weg von Ländern und Landesgrenzen, dass es auch meine Sicht
änderte.
Da ich zuerst ja einen Hund aus dem
Ausland ausschloss, suchte ich in Berliner Tierheimen und Tierheimen
der Umgebung. Mein “Wunschhund” sollte in jedem Fall klein und
kurzhaarig sein. Gerne sozialverträglich. Dort wo ich wohne trifft
man nun mal an jeder Ecke Hunde und ich stelle mir das einfach
schwierig vor und auch stressig für den Hund. Ich wollte kein
Powerpaket, keine Sportskanone. Am liebsten natürlich auch keinen
Vollblut-Jäger. Dafür hätte hatte ich nicht den Anspruch das er
allein bleiben kann, er hätte auch schon Menschen gebissen haben
können – das waren eher Dinge bei denen ich dachte: “Das
kannste hinbekommen.”
Einen Hund vom Züchter schloss ich
aus. Bevor das passiert, entscheide ich mich lieber ganz gegen einen
Hund. In unseren Tierheimen fand ich viele SoKas. Hätte ich gerne –
jedoch werde ich den Rassen nicht gerecht und leider, leider... mein
Vermieter würde mir auch keine Genehmigung erteilen. Und ja, ich
gebe es zu: Ich hänge extrem an meiner kleinen Wohnung. Sonst gab
es große Hunde. Viele tolle, supernette – aber eben große Hunde.
Gut, ich suchte dann über
Ebay-Kleinanzeigen. So einen typischen “Teenagerhund” der
Probleme macht...Einem Hund zu nehmen der privat abgegeben wird,
noch bevor er ins Tierheim kommt, erschien mir auch eine gute Idee.
Jedoch... neben dubiosen Junghunden, bei denen man nicht mehr sagen
konnte ob sie nicht noch von einem Vermehrer stammten und dort in
den Anzeigen nur Storys erzählt werden, bis hin zu “extremen
Notfällen” die am besten vorletzte Woche schon aus Zeitmangel weg
gewesen sein sollten – aber noch 400 Euro kassiert werden möchten,
bitte – gab es unzählige Tierschutzvereine die Auslandshunde
inserierten. Ich klickte alle weg.
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| Jack im Tierheim |
Über eine Anzeige die für mich so
aussah, als wären es keine Auslandshunde, kam auf die Seite eines
Tierschutzvereins der Hunden aus einem kleinen spanischen Ort half. Ich konnte nicht schnell genug wegklicken und stolperte über
den Notfall “Tuco”. Und ich war verliebt. Augenblicklich. In
diesen kleinen, augenscheinlich erstmal häßlichen und kranken,
spanischen Hund. Ganz toll! Wegklicken, und zwar schnell. Aber es
war zu spät. Er war in meinem Kopf. “Tuco” war mein Jack. Ein
junger Rüde (wo ich doch eine eher ältere Hündin wollte...) aus
dem Ausland. Wo man nie weiss man kriegt. Bei dem auch die
Beschreibung nicht viel aussagte, ausser dem oft üblichen “Die
Spanier sind alle nett und sozial!” Und der offensichtlich noch
krank war. Irgendwelche Milben. Und doch rief ich dort an. Nur mal
so. nach einer Woche nachdenken und immer wieder Bilder angucken.
Meine Ansprechpartnerin vom Verein wußte im Grunde nichts über
ihn. Und plötzlich war mir alles egal. Ich füllte diesen
Fragebogen aus und ich habe es gehasst. Die zum Teil wirklich
sinnfreien Fragen bei denen ich keinen Zusammenhang zu mir und meine
Art Hunde zu halten mehr finden konnte. Und dann hörte ich 2 Wochen
gar nichts mehr. Anrufen blieben unbeantwortet, Mails auch. Als ich
dachte “Es hat sich dann ja wohl erledigt.” kam ein Anruf. Ginge
alles klar mit dem “Tuco” – der würde mit dem nächsten
Transport ausreisen.
Ich solle mal schnell die Schutzgebühr
überweisen (280 Euro) und das tat ich.
Nun wohne ich ja in Berlin und hatte
hier die Flughäfen angegeben, zur Abholung. Und auch, das weder
Auto noch Führerschein vorhanden seien. Der nächste Anruf teilte
dann aber mit, mein Hund sei in Leipzig angekommen. Ich hatte keine
Ahnung wie ich den nun nach Berlin holen sollte und war auch
ziemlich irritiert das man mir das nicht vorher gesagt hatte – als
man mir anbot ihn für 80 Euro zu mir zu bringen. Und das fand ich
dann richtig doof. Die Schutzgebühr und dann nochmal 80 Euro? Zum
Glück ergab sich mit einer Freundin dann etwas und wir konnten ihn
holen (Benzinkosten: 40 Euro hin und zurück). Die Übergabe fand
auf in einer Leipziger Plattenbausiedlung statt. Draußen, vorm
Haus. Der kleine Hund sah mittlerweile anders aus, hatte wieder mehr
Fell – aber es war es :) und alles um mich herum war wieder einmal
egal. Da war mein Hund. Papiere, so sagte man mir – kämen dann
per Post. Und ach ja, er sei wohl erkältet, er würde husten. Ich
wechselte vor dem Auto sofort das Halsband gegen ein Geschirr aus
(was er sich alles gefallen lies) und bemerkte dann, das das
Halsband – ein ganz dünnes Katzenhalsband, viel zu eng sass und
er dadurch röchelte. Schnell weg damit! Er hat seit dem nie wieder
ein Halsband getragen.
Die Fahrt nach Berlin zurück war anstrengend. Er war gestresst und unruhig und ich machte drei Kreuze als wir endlich ankamen. Es wurde auch gleich ganz deutlich das er Wohnungen kannte. Er hatte vor nichts Angst, er bewegte sich ganz selbstverständlich in der Wohnung. Er war stubenrein und zeigte auch an, wann er raus wollte. Wir war sehr schnell beim Tierarzt mit ihm. Er hatte noch Ohrmilben die behandelt werden mussten. War sonst gesund. Er lief gut an der Leine, jedoch drehte er sich viel bzw. lief ständig Kreise um mich. Ich tippe mal auf Stress? Ich hab das ganz einfach und auch in weniger Tagen damit gelöst, das ich immer nahe an Hauswänden lief und ihm so keine Möglichkeit gab, ständig um mich herum zu laufen.
Die Fahrt nach Berlin zurück war anstrengend. Er war gestresst und unruhig und ich machte drei Kreuze als wir endlich ankamen. Es wurde auch gleich ganz deutlich das er Wohnungen kannte. Er hatte vor nichts Angst, er bewegte sich ganz selbstverständlich in der Wohnung. Er war stubenrein und zeigte auch an, wann er raus wollte. Wir war sehr schnell beim Tierarzt mit ihm. Er hatte noch Ohrmilben die behandelt werden mussten. War sonst gesund. Er lief gut an der Leine, jedoch drehte er sich viel bzw. lief ständig Kreise um mich. Ich tippe mal auf Stress? Ich hab das ganz einfach und auch in weniger Tagen damit gelöst, das ich immer nahe an Hauswänden lief und ihm so keine Möglichkeit gab, ständig um mich herum zu laufen.
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| Jack bei seinem ersten Spaziergang |
Drei , vier Tage war alles okay. Auch draußen
war es so, dass er alles zu kennen schien – doch urplötzlich
machten ihm Menschen Angst. Immer die, die entweder auf ihn zukamen
oder hinter ihm liefen. Er brach richtig in Panik aus. Nun wohnen wir
zwar in einer ruhigen Berliner Nebenstraßen, aber vermeiden konnte
ich das nicht. So saßen wir gut zwei Wochen lang
sehr, sehr oft am Rande der Gehwege und guckten Menschen einfach an
und fütterten sie schön. Mensch bedeutete: Kekse! Und verfressen
war er ja. Und so verknüpfte er schnell das die alle gar nichts von
ihm wollten, im Gegenteil sogar: Das sie die Verursacher für Kekse
waren. So schnell wie das Problem kam, war es erledigt. Und das auch
langfristig – bis heute. Mittlerweile mag er Menschen gerne. Er
freut sich über jeden Besucher, ob fremd oder bekannt und sucht auch
Kontakt zu Menschen die ihn ansprechen. Er ist jetzt einfach ein sehr
freundlicher, offener, kleiner Hund.
Weniger schön war noch sein Markieren
in der Wohnung. Was habe ich (heimlich) geflucht!
Es war kein “Ich muss mal raus und Du
warst zu spät.” Nein, er markierte wirklich und gezielt. Ich blieb
ruhig und tippte drauf, das er sich orientieren wollte. Er hatte
genug mitgemacht, ausgesetzt, Tötung, Pflegestelle in Barcelona
noch, jetzt ich... er wusste nicht wohin er gehörte und suchte
vielleicht Sicherheit im Markieren? Ich hatte scheinbar recht –
nach gut zwei Wochen hörte er plötzlich auf damit.
Freilauf war easy. Er erschien mir
sogar schockiert als ich ihn ableinte, als könne er nicht fassen das
ich das Band löste das uns verband. Es dauerte etwas bis er begriff,
das er rennen und toben konnte, ganz frei über die Wiese. Aber bis
heute hängt er doch sehr an mir, entfernt sich nie weit und wir
mussten niemals überhaupt einen Rückruf üben. Das konnte er
einfach. Und es ist bis heute so das er unglaublich gern gerufen wird
und zurückkommt. Anfangs war er schnell k. o. – keine Kondition.
Die musste er erst aufbauen, mit viel rennen, viel Freilauf. Andere
Hunde, das war schnell klar, interessierten ihn nicht. Er war und ist
selten ängstlich. Er will im Grunde nur mit kaum einem Hund was zu
tun haben. Ab und zu gibt es mal welche, denen möchte er “Hallo”
sagen und ja, er hat auch zwei, drei Hunde mit denen er ab und zu
doch mal gerne spielt. Aber Hundegruppen, Hundetreffen –
interessieren ihn nicht. Er ist total ignorant, er tut einfach als
wäre niemand außer ihm da.Sollten Hunde auf ihn zu rennen,
ängstigt ihn das und er rennt weg, jedoch nie wirklich kopflos.
Meistens wartet er irgendwo auf mich.
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| Jack mit seiner Freundin Lilly |
Leider extrem ist er was Futter
betrifft. Zum einen klaut er bei jeder sich bietenden Möglichkeit
und zum anderen frisst er draußen alles was er findet. Er schlingt
und das aber in großer Unsicherheit. Fressbares wird gefunden,
aufgenommen und sofort bringt er sich mehrere Meter in Sicherheit um
ängstlich zu fressen. Angst wohl davor, Menschen oder Hunde könnten
es ihm wegnehmen.
Wir arbeiten dran. Es gab Dinge, die
konnte ich schon mit ihm tauschen oder ihn mit einem positiv
aufgebauten Abbruchsignal unterbrechen, ihn ran zu rufen und
belohnen... Aber so richtig ist das alles noch nichts. Wir werden
sehen wie sich das entwickelt. Futterneidsch, mir gegenüber oder
anderen Hunden gegenüber ist allerdings nicht.
Anfangs fiel er oft “in sich
zusammen”. Wenn ich laut wurde, z. Bsp. am Telefon. Bezog er das
immer auf sich, ging ins Meideverhalten, lag platt auf dem Boden.
Aber auch das legte sich schnell und passiert heute kaum noch. Er
bekommt Panik wenn er ein Halsband tragen soll. Das geht nicht, auch
nicht unangeleint. Aber das macht auch nichts, er hat schöne
Geschirre die er gerne anzieht.
Leider ist er extrem Magen empfindlich.
Das Leben auf der Straße mit dem Abfall fressen hat nicht dafür
gesorgt, das er abgehärtet wäre. Eher im Gegenteil. Ich kann weder
kochen, noch barfen und selbst Schonkost wie Hühnchen und Reis
mit Möhre, löst bei ihm Durchfälle aus.
Derzeit machen wir gute Erfahrungen mit
Vet-Concept Känguru, getreidefrei, Sanoflor und selbstgebackenen,
getreidefreien Keksen. Natürlich wurde er von Nasen- bis Rutenspitze
gecheckt. Ohne Auffälligkeiten.
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| Jack mit neuer Sommerfrisur |
Sonst ist er genau das, was sein 2.
Spitzname sagt: Ein Engelchen. Unaufdringlich – aber nie
Hintergrund, kuschelig und ein Clown. Extrem niedlich und so
leichtführig, so das ich manchmal denke, ich bin gar keine
Hundehalterin mehr. Keine “richtige” jedenfalls, weil er einfach
nur da ist und sich anpasst und nichts anstellt und alles an ihm
einfach nur perfekt ist. Seine Papiere erhielt ich übrigens nach ca.
200 Nachfragen 3 Monate später. Da war ich laut Vertrag nicht mehr
nur die Besitzerin, sondern schon die Eigentümerin.
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| "Engelchen" Jack -ein Clown der aus Nicky´s Leben nicht mehr wegzudenken ist! |
Ich hoffe ich hab jetzt nichts
vergessen.
LG,
Nicky & Jack
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Liebe Nicky,
vielen Dank für deine ausführlichen Erfahrungsbericht von deinem kleinen Jack. Alleine der Anblick der Fotos hat mich tief berührt. Es ist einfach nur wunderschön anzusehen, was aus dem kleinen Spanier geworden ist - ein lebenslustiger und glücklicher Hund!
Danke!
Liebe Grüße
Sali und Chiru
Mehr über Jack erfahrt ihr auf seinem Blogg: Jack - Das Kleinteil



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