Warum einen Greyhound?

Sonntag, Dezember 09, 2012

Liebe Bloggleser,

mein Wissen über diese Rasse beschränkte sich bisher darauf, dass Greyhounds den Windhunden zugerechnet  werden und aus Großbritanien kommen. Im Tier und Foto Forum bewundere ich immer
Susannes wunderschönes Hundefotos und war neugierig, warum sie sich gerade für diese Rasse entschieden.


Der Greyhound - Annabel


 "Wie ich zum Greyhound kam…" Wie die Jungfrau zum Kind! Denn der Greyhound stand ursprünglich gar nicht auf meiner Wunschliste. Es sollte eigentlich ein Whippet von Windhunde in Not werden, aber die waren im Jahr 2002 (zum Glück) noch kaum bei den Tierschutzvereinen zu finden und so war die Hündin, die auf den Vermittlungsseiten stand, bereits in ihrem neuen Zuhause. Die nette Dame am Telefon meinte dann aber, dass sie eine sehr liebe Greyhound-Hündin in der Vermittlung hätten, die eventuell gut zu uns passen könnte. Denn unser Zweithund sollte auch gut mit unserer Papageiendame und vor allem unserem Feldhasenfindelkind auskommen. Das war schon eine gewagte Idee, einen Windhund mit Kleintieren vergesellschaften zu wollen!
Nach zwei sehr langen Telefonaten mit Tierschutzverein und Pflegestelle fuhren wir sonntags zur Rennbahn im Taunus, um uns die Hündin anzusehen, und als ich in die sanften braunen Augen von Annabel geschaut hatte, war’s um mich geschehen. Dieser Hund musste mit zu uns! Da Annabel mit Katzen aufgewachsen war, wagten wir den Versuch und haben es niemals bereut. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit konnte ich Papagei und Hase im Haus herum laufen lassen, ohne dass unsere Greyhound-Hündin ihnen etwas getan hätte. Auch sonst bezauberte Annabel durch ihr Wesen, wobei man auch klar zugeben muss, dass gerade Greyhounds, die  Könige der Rennbahn, wie sie gerne bezeichnet werden, keine Hunde für jedermann sind. 

Über den Ursprung der Rasse gibt es verschiedene Spekulationen. Fakt ist, dass die Rasse schon sehr alt ist, denn es gibt schon in der Antike Darstellungen von Jagdhunden, die dem Greyhound sehr ähnlich sehen. Der Greyhound wurde von den Kelten ca. 375 Jahre v. Chr. bei ihrer Einwanderung auf die britischen Inseln mitgebracht. In früheren Zeiten durfte in England nur der Adel diese edlen Hunde halten und züchten. Sie standen in hohem Ansehen (wie die Windhunde überhaupt auch in anderen Ländern). Der moderne Standard sieht eine Größe zwischen 66 und 76 cm Schulterhöhe vor. 
Die Farbenvielfalt ist groß, wobei fast alle Farben erlaubt ist. Das kann einfarbig von schwarz über blau, grau, rot, weiß und sand sein, aber auch alle Farben mit weiß gescheckt und natürlich mit Stromung. Das ganze Erscheinungsbild mit dem edlen, schmalen Kopf, den feinen nach hinten gelegten Rosenohren, dem langen Hals, der tiefen Brust, der hoch gezogenen Lende und den langen Beinen spricht für einen schnellen, sportlichen Hund, der früher zur Niederwildjagd eingesetzt wurde. 



Greyhounds sind sehr schnelle Sprinter, die ihre Beute auf Sicht jagen. Heute bringt man sie meistens mit den professionellen Rennbahnen in England und Irland in Verbindung, wobei das diesen wundervollen Hunden nicht wirklich gerecht wird. Der Greyhound kann wesentlich mehr als nur schnell im Kreis herum laufen. Im Haus ist dieser intelligente Hund in der Regel eher ruhig, sehr sanft im Umgang mit seinen Menschen und ein treuer Begleiter im Alltag. Er hat ein fröhliches Wesen, kann jedoch in kritischen Situationen durchaus auch einen gewissen Wachtrieb zeigen. So hat unsere Annabel tatsächlich angeschlagen oder geknurrt, wenn sie ihre Menschen in Gefahr wähnte. 




Greyhounds liegen gerne erhöht, d.h. Sofa und Bett werden sehr gerne als Liegestatt angenommen und am liebsten ganz nah bei den Menschen. Erlebt man einen Greyhound jedoch im Freilauf, dann zeigt sich die ungeheure Energie und Kraft dieser Hunde. Es ist ein atemberaubendes Erlebnis diese Hunde im Freilauf zu beobachten. Zur vollen körperlichen Entwicklung sollte man seinem Greyhound möglichst oft Freilauf gewähren, wobei unbedingt auf wildfreies Gebiet zu achten ist. Wie auch der Whippet den Susanne nächste Woche vorstellt, gilt auch beim Greyhound, dass er auf kein Rufen der Welt mehr hört, wenn er erst einmal die Verfolgung von potentieller Beute aufgenommen hat. Das muss man wissen und sich der großen Verantwortung bewusst sein, wenn man so einen Hund bei sich aufnehmen möchte." 



Foto + Text: Susanne Illich
Weitere Fotos von Annabel: Galerie 

Ein riesiges Dankeschön an Susanne für dieses tolle Portrait! 

Liebe Grüße und einen schönen 2. Advent wünschen euch







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24 Kommentare

  1. Mal eine "andere" Rassebeschreibung, so voller Zuneigung und Wärme - danke schön.

    Liene Grüße,
    Tatjana & die Pfotengang

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    1. Danke für deine lieben Worte Tatjana! Susanne hat wirklich ein Händchen zu schreiben und ich habe mich sofort in Annabel verliebt.
      Liebe Grüße
      Sali

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  2. Mir gefällt die Rassebeschreibung auch sehr gut, zumal ich mich auch sehr für die Laufhunderassen interessiere! Der Bericht ist sehr interessant und informativ geschrieben und Annabel sieht wirklich mehr als bezaubernd aus :)

    Liebste Grüße,
    - Lilly's Frauchen -

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    1. Ja ich finde auch, in beiden Portrait, von Lilly und Annabel, ist es genau die richtige Mischung aus Infos zur Rasse und Beschreibung des eigenen Hundes - ihr habt da beide ein tolles Händchen!
      Liebe Grüße
      Sali

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  3. Sehr schön zu lesen!!!
    Danke dafür!!!

    ...snief... ich hatte gerade ein ganz anderes Ansehen zuvor an diesen Hunde...
    Sindy wurde von so einem Greyhund gebissen in der forderen Woche...

    Deine Annabel ist aber ein echtes Schätzchen zum angucken ♥

    Ich grüss euch ganz lieb,
    Nathalie♥

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    1. Danke für deine lieben Worte Nathalie - trotz schlechter Erfahrung!
      Hoffentlich wurde Sindy nicht schlimm verletzt?!
      Liebe Grüße
      Sali

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  4. Freut mich sehr, dass Euch das Portrait so gut gefällt :) . Das meinte ich auch, dass man mit diesen Hunden eine große Verantwortung trägt, denn es sind Sichtjäger, die auch schon mal kleinere Hunde hetzten. Da ist man als Besitzer sehr gefordert.
    Liebe Grüße
    Susanne

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    1. Ja man unterschätzt diese Rasse echt - sie wirklen immer so gelassen und entspannt auf deinen Fotos, dass ich an den Sichtjäger gar nicht gedacht hätte!

      Liebe Grüße
      Sali

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  5. Es ist einfach wunderschön, wenn sich immer wieder Hunde und Leinenträger finden, welche so gut zusammen passen.
    Herzliche Grüsse
    Trudy

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    1. Hallo Trudy, das empfinde ich auch immer so, umso wichtiger dass die Rassen nicht nach dem Aussehen, sondern nach dem Charakter ausgewählt werden.
      Vielleicht kann diese Reihe ja ein kleines Stück dazu beitragen!
      Liebe Grüße
      Sali

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  6. Hallo, mir hat diesen Beitrag auch sehr gut gefallen. Ich komme mit Windhunde sehr gut Zurecht, ich versuche immer hinterher zu laufen, aber im Vergleich bin ich sooo langsam und plump, dass ist unglaublich! Annabel war eine sehr schöne Hündin mit wachen aber sanften Blick, bestimmt eine tolle Lebensgefährtin (und dass sie mit Kleintiere so verträglich war, finde ich erstaunlich!)
    Danke sehr und liebe Grüße
    Arno

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    1. Hallo Arno, ich freue mich immer riesig zu lesen, dass die Idee mit den Portraits gut ankommt. Ich glaube Chiru würde auch ganz dumm schauen, wenn er Annabel begegnen würde und sie ihm wie der Wind davonrennt :-)!
      Liebe Grüße
      Sali

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  7. Toller Artikel mit Herz und Verstand. Es ist echt interessant, einmal etwas über Hunderassen zu erfahren, die man beim alltäglichen Spaziergang nicht so häufig trifft. 1001 Grüße von Lucy und Frauchen Sylvie

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    1. Hallo Sylvie, ja das war auch ein Grund warum ich mich besonders gefreut habe, dass Susanne der Portrait-Idee sofort zugestimmt hat. Ich wusste überhaupt nicht, dass es soviele unterschiedliche Windhundrassen gibt.
      Liebe Grüße
      Sali

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  8. Ich habe Windhunde spätestens seit dieser Documenta ins Herz geschlossen. Hier in Kassel zur documenta 13 hatten wir nämlich eine süße spanische Podenco-Windhündin namens Human. Sie war der absolute Liebling und ein wahrer Hingucker mit ihrem pink gefärbten Beinchen. Viele Besucher, die diese Rasse nicht kannten, schalteten sogar den Tierschutz ein. Sie hatten Angst,dass Human nichts zu essen bekommt, da sie so dünn ist. Es gab extra einen Bericht in der hiesigen Tageszeitung, wo über die Rasse geschrieben wurde, damit die Besucher beruhigt waren. Zu sehen ist Human bei Google, "Eingabe: bilder zu windhund documenta "
    Viele Grüße
    Micky

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    1. Hallo Micky,
      wäre ich doch mal zur Documenta gekommen - Human hätte ich zu gerne fotografiert! Danke für den Linktipp!
      Liebe Grüße und dicken Kuß an meine große Schwester!
      Sali

      PS: Ich finde es total lieb, dass du als "Nicht-Hunde-Besitzer" einer meiner treuesten Leser bist!

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  9. Sehr schönes Portrait und wunderbar geschrieben!

    Vor Jahren habe ich mal einen Greyhound auf einer Hundewiese starten sehen,
    ich muss schon sagen das hatte was, das fand ich sehr faszinierend, tja,
    der Halter hat sich gar nicht erst die Mühe gemacht zu rufen, weil er wohl
    wusste das das nichts nützt, aber Hundi kam zum Glück freiwillig zurück :-)

    Ist schon eine tolle Rasse, aber ich würde mir nicht zutrauen mit einem
    Greyhound zu leben, sehr schön das ihr Euch gefunden habt :-)

    Liebe Grüsse
    Fraule Astrid

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    1. Hallo Astrid, ja die Geschwindigkeit der Rasse - das ist echt etwas faszinierendes!
      Liebe Grüße
      Sali

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  10. Was für eine edle Hundedame und was für ein schönes Rasseportrait und dann noch dieser wundervolle Name "Annabel" paßt zu ihr und den supertollen Fotos.
    Unser Freund "Julio" ist auch ein Greyhound und kommt aus einer Tötungsstation, obwohl er erst 5 Jahre alt war. Er hatte sich bei den Rennen total verausgabt und war ziemlich ferig. Heute ist er 8 Jahre, eine Seele von einem Hund, liegt gerne auf einem speziell für ihn angefertigten Divan und genießt sein neues Leben. Draußen kann man aber oft noch seine Schnelligkeit gepaart mit einer ungeheuren Eleganz bewundern.

    Eine wundervolle Hunderasse.

    LG Doris

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    1. Hallo Doris,
      schrecklich wieviele dieser wunderbaren Tiere einfach in den Tötungsstationen "entsorgt" werden.
      Von Susanne´s Fotos bin ich auch ein riesiger Fan und sie ist ein Vorbild für mich bei der Fotografie.
      Liebe Grüße
      Sali

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  11. Sali, jetzt bin ich echt baff, dass ich tatsächlich Dein fotografisches Vorbild bin. Dankeschön, das macht mich wirklich stolz und freut mich sehr.
    Liebe Grüße
    Susanne

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  12. Och die süße Annabel Gott hab sie Selig schnief.
    Susanne auch hir wieder ein sehr guter Bericht.
    Wie ist eigentlich Lilly zu euch Gekommen?
    LG Tanja und Macy

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    1. Hallo Tanja,
      ja stimmt, Lilly hätte hier eigentlich auch noch Erwähnung finden müssen. Sie durfte nach Luka's Tod Anfang 2009 hier einziehen.
      Liebe Grüße
      Susanne mit Whoopie, Lilly & Sali

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