Tipps für die Welpenfotografie

Mittwoch, Februar 05, 2014

Ihr Lieben,

wie viele von euch wissen, ist die Welpenfotografie eine große Leidenschaft von mir. Ich liebe es einfach mit der Kamera zwischen den Welpen zu sitzen und schöne Augenblicke mit der Linse einzufangen.

Im Herbst bekam ich die Anfrage, ob ich nicht Lust hätte einen Artikel für das Catalanen Journal zu schreiben. Wie ihr euch vielleicht erinnern könnt, hatte ich im Herbst einen Wurf Gos d´Atura Welpen fotografiert und Bilder davon sollten mit einem Artikel zum Thema Welpenfotografie" veröffentlicht werden. Für mich war das eine ganz neue Herausforderung - über die ich mich aber riesig gefreut habe.

Ihr könnt euch sicher vorstellen wie aufgeregt ich war, als das Catalanen Journal dann erschien und ich "mein" Exemplar zugeschickt bekam.

Auszug aus dem Catalanen Journal 1/14

Es war schon ein tolles Gefühl "seinen" Artikel dann in gedruckter Form auf Hochglanzpapier in den Händen zu halten. Ich weiß leider nicht wie man ein PDF-Dokument in den Blog einbindet, daher gibt es für alle die Spaß an der Hundefotografie haben den Artikel als Text:




„Shoot the dog“
Baby-Dog Shooting


„Fotografiere niemals etwas, das dich nicht interessiert!“ Dieses Zitat von Lisette Modell beschreibt sehr treffend meine persönliche Einstellung zur Fotografie. Für mich gibt es nichts schöneres als Hunde zu fotografieren. Natürlich ist mein eigener Hund Chiru, ein achtjähriger Tibet Terrier-Rüde hierbei eines meiner Lieblingsmotive. Die Welpenfotografie ist für mich eine besondere Herausforderung, da gerade hier technisches Können alleine nicht ausreicht, sondern man ein Auge für schöne Momente entwickeln muss. Sie bildet einen Schwerpunkt bei meinen Bildern.

Der Gos d´Atura Catala begeistert mich schon seit einiger Zeit. Die Rasse ähnelt meiner Meinung nach sehr im Wesen dem Tibet Terrier, hat aber für mich optische Pluspunkte bei der Körpergröße und der Länge des Felles.
Vor einigen Monaten traf ich auf einem Spaziergang ein Ehepaar mit einen noch sehr jungen Rüden, den ich für einen Tibet Terrier hielt. „Ja dachte ich – so müsste mein zweiter Tibet Terrier aussehen!“ Ich sprach das Ehepaar an und war ganz erstaunt als sie mir sagten, dass ihr Hund kein Tibet Terrier, sondern ein spanischer Hütehund sei. Spanischer Hütehund? Ein „Gos d´Atura Catala“? Von diese Rasse hatte ich vorher noch nie gehört. Begeistert schilderten mir die Besitzer die Eigenschaften ihres Hundes. Die Beschreibung passte auch sehr gut auf meinen Hund Chiru und seine Rasse, dem Tibet Terrier. Ein ähnlicher Charakter mit allen optischen Eigenschaften die ich so liebe? Mein Interesse an der Rasse war geweckt und ich wurde neugierig mehr über den Gos d´Atura Catala zu erfahren.

Durch Zufall las ich auf den Seiten des VDH, dass eine Züchterin ganz in der Nähe unseres Wohnortes einen Wurf Gos d´Atura Catala hatte. Ich schrieb sie an und fragte ob ich ihre Welpen fotografieren dürfte. Schon nach kurzer Zeit bekam ich eine sehr nette und herzliche Einladung worüber ich mich riesig freute!

Bei meinem ersten Besuch bei der Züchterin Andrea waren die Welpen gerade drei Wochen alt und befanden sich noch überwiegend in der Wurfkiste. Diese stand direkt neben einer Fensterfläche, so dass ausreichend Licht zum Fotografieren vorhanden war. Andrea war für meinen Besuch perfekt vorbereitet und hatte die Welpen den Vormittag über schlafen lassen. Damit waren die Chancen für mich größer, bei einer „Aufwachphase“ und den ersten Spielversuchen mit dabei zu sein. Ein besonderes Highlight an diesem Nachmittag war die erste Milchmahlzeit für die Babies – mit der sie extra auf mich gewartet hatte. Die ersten zaghaften Versuche an dem Milchschälchen sind immer wieder wunderbare Fotomotive.

Gerade bei so kleinen Motiven wie Hundebabies muss man sehr nah an das Motiv herangehen und sich auf Augenhöhe befinden. Von daher verbringe ich die überwiegende Zeit auf dem Bauch liegend im Welpengehege. Das setzt natürlich auch ein sehr großes Vertrauen der Mütterhündin voraus und der Stressfaktor für die Mutter darf nicht unterschätzt werden. Im Fall von Grace war das überhaupt kein Problem. Sie akzeptiere mich sofort bei ihren Babies und kuschelte sich an mich und lies sich kraulen.

Tipp: Ausreichende Lichtverhältnisse, etwas Platz zum Fotografieren, ausgeschlafene Welpen und Spielzeug in der Wurfkiste – mit diesen wenigen Punkten schafft man schon sehr gute Voraussetzungen für schöne Momentaufnahmen der Welpen. Wichtig ist es auch, an den richtigen Hintergrund bei den Aufnahmen zu denken. Bei den kleine Gos-Welpen war ein weißer Hintergrund ideal. Bei weißen oder schwarzen Welpen ist dieser Kontrast oft zu hart. Abhilfe kann man einfach mit kleinen Babiedecken schaffen, die es in vielen zarten Farben gibt. Das Spielzeug sollte nie viel größer als der Hundewelpe selber sein. Ein riesiger Plüschteddy und ein kleiner Welpe sehen nur selten auf einem Foto schön aus. Ich arbeite bei Innenaufnahmen überwiegend mit einer großen Blende, im AV-Modus (Zeitautomatik) und stelle die ISO-Zahl entsprechend höher ein.

Bei meinem nächsten Besuch bei Züchterin Andrea war die kleine „Bommelbande“, wie sie ihre Welpen liebevoll bezeichnet, schon ein großes Stück gewachsen. Im Garten stand ein riesiger Welpen-Auslauf, in dem die kleinen „Catalanen“ nach Herzenslust toben konnten. An diesem Tag herrschten 30 Grad und die Welpen waren müde. So entstanden Aufnahmen wie die Babies friedlich aneinander gekuschelt schliefen. Gerade in der Tierfotografie ist manchmal nichts vorhersehbar, sondern man muss situativ fotografieren. (Fast) alle Welpen werden wach, wenn der Napf mit Leckerem kommt. Wenn die Welpen sich dann um das Futter balgen, entstehen hierbei häufig witzige Aufnahmen. Oft reagieren die Welpen auch auf bestimmte Töne – bei Andrea war es ein bestimmter „Lockruf“ und schon gingen die kleinen Hundeköpfe nach oben. Das haben wir natürlich ausgenutzt, um nicht nur schlafende Hunde später auf den Bildern zu haben. Andrea stand hierbei immer schräg hinter mir, damit die „Bommelbande“ auch in die Kamera schaut.






Tipp: Außenaufnahmen sollte man immer morgens bzw. am späten Vormittag planen. Ich benutze hierfür mein Teleobjektiv mit Blende 4, damit der Hintergrund unscharf wird und das Motiv im Vordergrund steht. Ich achte bereits im Vorfeld schon auf störende Hintergrund-Elemente und erspare mir so viel Arbeit in der Nachbearbeitung der Bilder. Planen Sie schon vorab was die Welpen beim Foto-Shooting neues entdecken können. Leere Eierschalenkartons, eine Sandmuschel mit farbigen Bällen, farbige Bänder an einer Leine gespannt – der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt und schöne Momentaufnahmen sind schon fast garantiert. Ich versuche beim Fotografieren mich für die Welpen immer „uninteressant“ zu kleiden und achte darauf, dass an meiner Kleidung keine langen Bänder befinden. Es ist zwar niedlich, wenn die Welpen begeistert an mir herumkrabbeln um an den Bändern zu ziehen, aber beim Fotografieren hinderlich. Zu meiner festen Ausrüstung gehört mittlerweile bei Außenaufnahmen ein Handtuch, damit ich unbesorgt in Augenhöhe fotografieren kann, ohne in einem Hundehäufchen zu liegen, das ich übersehen hatte.

Bei meinem letzten Catalanen-Shooting waren die Welpen knapp sechs Wochen alt. Wir hatten ähnliche warme Wetterverhältnisse und die Hunde waren entsprechend träge. Perfekte Voraussetzungen für die ersten gestellten Portrait Aufnahmen. Als Hintergrund diente uns ein Strandkorb auf der Terrasse. Die ungewohnte Höhe verunsicherte die beiden jüngen Rüden zunächst und sie blieben ein paar Sekunden ruhig sitzen. Auch in diesem Fall stand Andrea wieder direkt hinter mir und zog mit einem Spielzeug die Aufmerksamkeit der Beiden in Richtung Kamera. Für mich war erhöhte Sitzposition der Welpen natürlich ebenfalls ein riesiger Vorteil, weil ich so problemlos auf „Augenhöhe“ fotografieren konnte. Ich habe hier wieder mein Teleobjektiv benutzt. Oft irritiert es die Welpen, wenn man zu nah an sie ran geht und mit dem „Tele“ kann ich einen größeren Abstand einhalten. Ein weiterer Vorteil ist natürlich auch hier wieder, dass man den Hintergrund mit einer großen Blende wunderbar unscharf bekommt.




Tipp: Achten Sie bei Portrait-Aufnahmen immer darauf, dass das Licht auch in die Augen fällt. Ohne diese weißen Lichtreflexe in den Augen wirken die Bilder leblos.

Bei fast jedem Welpen-Wurf habe ich immer einen heimlichen Favoriten, den ich am Liebsten selber nehmen würde. Bei Andrea´s „Bommelbande“ war es der kleine Rüde Borinot, der mein Herz eroberte. Bisher ist es aber bei einem, meinem Hund Chiru, geblieben. Wobei ich zugeben muss – wenn ein Zweithund – dann käme ein Gos d´Atura Catala in Frage! Mich hat die Rasse mit ihrem tollen Charakter und ihren vielen Facetten überzeugt und es war für mich eine tolle Erfahrung die kleinen Catalanen mit der Kamera bei ihren ersten Schritten ins Leben begleiten zu dürfen.


*** ENDE ***


Ich hoffe euch hat der Artikel gefallen!
Liebe Grüße
eure Sali


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20 Kommentare

  1. Wunderbarer Artikel!

    Liebe Grüsse
    Ramona und Rudel

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    1. Vielen Dank Ramona!
      Liebe Grüße
      Sali

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  2. Liebe Sali,

    dein Artikel ist herrlich. Ich musste sofort an mein erstes Shooting mit "Profi" denken, als ich deinen Einleitungssatz las und mitbekam, dass du größtenteils auf dem Bauch liegst, um zu fotografieren. Dieser Herr war vielleicht Fotograf, aber sicher kein Hundefotograf, denn er beschwerte sich darüber, dass er nach dem Shooting, das natürlich auch gut entlohnt wurde, nach Hund rieche.

    Deine Tipps sind toll, auch wenn unsere Kameraausrüstung natürlich nicht mit halten kann. Und ich bin gespannt, wann das Rasseporträt zu den Gos d´Atura Catalas hier folgen wird, denn von dieser Rasse habe ich auch noch nie gehört.

    Wuff-Wuff dein Chris

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    1. Hallo Chris, ich glaube Hunde kann man wirklich nur fotografieren, wenn man sie liebt! Wenn der Fotograf sich dann noch darüber ärgert, dass er nach Hund riecht - ohje - ohje... Wenn ich denke wie oft ich im Welpenauslauf schon versehentlich in einem Häufchen landete ;-)
      Liebe Grüße
      Sali

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  3. Liebe Sali,
    dein Artikel ist wunderbar geschrieben. So lebendig hast du die Shooting´s beschrieben und ich kann mir direkt vorstellen wie du, auf dem Bauch liegend, versuchst die "Bommelbande" mit der Kamera einzufangen.
    Die Bilder sind toll geworden. Ich muss gestehen das ich diese Hunderasse vorher nicht gekannt habe.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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    1. Hallo ihr 3, ja die "Gos" sind auch noch nicht so verbreitet. Schau mal hier auf den Blogg, auf die Seite "Themen von A-Z" - da sind die Seiten von den Gos Welpen mit Infos zur Rasse verlinkt.
      Liebe Grüße und danke für euren lieben Kommentar!
      Sali

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  4. Liebe Sali,
    ich habe hier gerne gelesen - der Artikel war interessant und spannend und die Süßen einfach süß !

    Liebe Grüße - Monika mit Bente

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    1. Danke für deine lieben Worte Monika!
      Liebe Grüße
      Sali

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  5. Hallo Sali,

    ich bin durch Zufall auf deine Seite gestoßen.

    Der Artikel ist sehr toll. Den werd ich meinen 2Beinern zeigen, damit sie sich das mal merken kann und dann werden vielleicht die nächsten Bilder von mir noch besser :)

    Liebe Grüße
    Abby

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    1. Hallo Abby, schön dass ihr uns gefunden habt :-)!
      Die Tipps kann man auch sehr gut für erwachsene Hunde anwenden und bei deiner Größe haben deine 2-Beiner den eindeutigen Vorteil nicht ganz so weit in die "Bauchlage" zu müssen :-)...
      Liebe Grüße
      Sali

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  6. Huhu Schöner Artikel und die Bilder erst :)
    Schlabbergrüße Bonjo

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    1. Danke Bonjo -)!
      Liebe Grüße
      Sali

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  7. Wow - Glückwunsch Sali! Es ist ein toller Artikel geworden und es stimmt, es ist schon ein erhabenes Gefühl, sich auf Hochglanzpapier verewigt zu sehen.

    Ich kann mich noch gut an die Bommelbande erinnern und bin gespannt, wann ein Gos bei Dir einziehen wird... ;)

    LG Andrea mit Linda

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  8. Hallo Andrea, danke für deine lieben Worte! Dank Wirbelwind Lotta wird in absehbarer Zeit kein Gos bei uns einziehen - ABER der Gos-Virus der bleibt :-)
    Liebe Grüße
    Sali

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  9. Hey Sali,

    was für ein super toller Artikel.
    Wirklich klasse beschrieben =).

    Vielen vielen Dank für die vielen tollen Tipps.

    Ganz liebe Grüße und weiterhin viel Spaß beim Fotografieren.
    Frauchen von Deco + Pippa

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    1. Danke für die lieben Worte!
      Liebe Grüße
      Sali

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  10. Liebe Sali,

    einen eigenen Artikel abgedruckt zu sehen ist sicher ein tolles Erlebnis - besonders, wenn er auch noch so gut geschrieben ist, wie Deiner! Ich mag Deine Bilder alle sehr gerne, aber Du weißt, Welpenbildern kann keiner wirklich wiederstehen!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Laika

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    1. Liebe Isabella, ja Welpenbilder sind wirklich etwas ganz besonderes!!! Danke für deine lieben Worte!
      Liebe Grüße
      Sali

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  11. Ich durfte den Rohentwurf ja schon vor der Veröffentlichung lesen und fand ihn schon damals klasse !!! und Dein Artikel hat mir bei meinem allerersten eigenen Welpenshooting als absolutes Greenhorn sehr geholfen, ich konnte einige Deiner Tipps dabei umsetzen !
    Du kannst zurecht stolz wie Bolle auf diese Veröffentlichung sein !

    Liebe Grüße
    Claudia

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    1. Danke Claudia! Mir hat das im Vorfeld wahnsinnig geholfen, dass du und Antje den Artikel vorab "bewertet" habt!
      Liebe Grüße und Bussi an Raja
      Sali

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