Hilfe wir müssen unseren Hund abgeben!

Montag, Oktober 05, 2015

Schweren Herzens müssen wir uns von unserem Hund trennen. Unsere berufliche Situation hat sich leider so drastisch verändert, dass wir es unseren 9 Jahre alten Tibet Terrier künftig  nicht  zumuten möchten so viele Stunden am Tag alleine zu bleiben. Bisher war er es immer gewöhnt, dass tagsüber jemand bei ihm ist. Gesucht wird für ihn ein neues liebevolles Zuhause, gerne auch zur einem bereits vorhanden Hund. Unser Hund ist verträglich, verschmust und bindet sich sehr an eine Einzelperson. Er geht sehr gerne spazieren und ist ein sehr aktiver Hund.



Hand auf ´s Herz: Was war dein erster Gedanke beim Lesen des Textes?! "Jetzt spinnt Sali - wie kann sie ihren Hund abgeben?! "Wie konnte ich mich so in ihr täuschen", vielleicht auch "unverzeihlich so ein Verhalten"? Eins vorweg:  Chiru bleibt da wo er ist - bei mir und meinem Mann! Deswegen habe ich auch bewusst seinen Namen aus den ersten Absatz weggelassen. Aber was wollte ich dann mit den ganzen bezwecken? Ich wollte das du bei diesem Blogbeitrag ehrlich zu dir selber bist und einschätzen kannst wie du als Leserinnen oder Leser reagiert hättest.

Die Abgabe eines Hundes ist für viele ein Tabuthema. Sobald auf Facebook oder in Hundeforen jemand seinen Hund vermitteln möchte,  bekommt er zahlreiche negative und oft auch beleidigende Kommentare. Mehr durch Zufall las ich vor kurzem in Facebook, dass eine Familie ihren Hund wegen Zeitmangel abgeben möchte. Die Reaktionen hierauf waren so heftig und unsachlich, dass der Link wieder aus der Community entfernt wurde. Was war passiert? Bei Familie Maier* hatten sich die Lebensumstände drastisch geändert.  Der Familienhund Benny*, der es gewöhnt war, dass fast immer einer seiner Bezugspersonen bei ihm war, musste auf einmal jeden Tag über einen langen Zeitraum alleine bleiben. Für das Kerlchen eine zunehmende seelische Belastung und er fing an mit gesundheitlichen Problem auf die Umstellung zu reagieren. Alternativlösung fand Familie Maier für sich nicht und beschloss, dass es für Benny das Beste wäre, ihn in ein neues Zuhause zu vermitteln. Eine Anzeige mit den Gründen und einer ausführlichen Beschreibung von Benny wurde geschrieben und im Netz veröffentlicht.

Ist das wirklich so verwerflich? Egoismus ist ein Wort das in diesem Zusammenhang schnell fällt. Aber ist das tatsächlich immer einfach? Ich könnte mir nie vorstellen mich von Chiru zu trennen - egal wie sich mein Leben verändert. Er gehört zu mir und es würde mir das Herz brechen ihn abzugeben. Aber entscheide ich hiermit immer zugunsten von Chiru?! Bin ich für meinen Hund so wichtig, dass er auf viel Lebensqualität verzichten würde, nur um abends ein paar Stunden mit  mir verbringen zu können? Wäre Chiru tatsächlich bei keinem anderen Menschen glücklich - nur bei mir?

Vor einigen Jahren wurde ich von meiner Freundin um Hilfe gebeten, für einen Hund, der aus ihrer Zucht stammte, ein neues Zuhause zu finden. Charly* war ein typisches Scheidungsopfer. Charly"war es genauso wie "Benny" gewöhnt, dass immer jemand von der Familie bei ihm Zuhause war. Nach der Trennung blieb Charly bei dem Mann und musste jeden Tag 10 Stunden alleine bleiben. Für die geschiedene Ehefrau stellte sich die Situation ähnlich da, auch sie war den ganzen Tag an der Arbeit. Der Mann versuchte das Problem mit einer Tagesstelle für ihn zu lösen. Charly fühlte sich dort aber unwohl und fing an mit Durchfall und Erbrechen zu reagieren. Also musste eine neue Alternative her: Charly blieb alleine in der Wohnung und wurde mittags von einem Hundesitter rausgelassen. Innerhalb weniger Monate wurde aus einem lebenslustigen Clown ein trauriger Hund, der anfing sich selber wund zu lecken und zu beißen. Dem Besitzer brach es das Herz, Charly so leiden zu sehen. Er rief daraufhin meine Freundin, die Züchterin von Charly, an und bat sie um Unterstützung für Charly eine neue Familie zu finden. Ich war zu diesem Zeitpunkt sehr aktiv in einem Tibet-Terrier-Forum und bemühte mich mit, für ihn ein neues Zuhause zu finden. Schon nach kurzer Zeit fand sich im Forum eine Familie, die zu ihrer Hündin gerne einen zweiten  Tibet Terrier nehmen wollten und Interesse an Charly hatten. Schon beim ersten Kennenlernen sprang der Funke über und Charly zog kurz danach in sein neues Zuhause.  Rosy* sein neues Frauchen machte sich im Vorfeld viele Sorgen. Würde Charly sich bei ihnen problemlos einleben? Würde er seine Familie sehr vermissen? Wie würde er mit der Rolle Zweithund zurechtkommen? Alle Bedenken waren unbegründet. Charly lebte sich innerhalb kürzester Zeit ein und war schnell wieder das war er einmal war: Ein lebenslustiger Clown - den Schalk im Nacken und ein kleiner Schmusebär, der seine neue Familie und seine Schwester auf vier Pfoten sehr liebt.

Charly als Welpe

Hat Charlys Herrchen egoistisch gehandelt, weil er sich von ihm trennte? Oder war es eine sehr mutige Entscheidung, weil er seine Liebe zu ihm, zu seinen Gunsten zurückgestellt hat? Er hat Charly nicht einfach ins Tierheim gebracht oder abgeschoben, wie vielleicht mancher ihm unterstellt hat. Er ha sich sehr darum bemüht das "richtige" neue Zuhause für ihn zu finden - egal wie lange es gedauert hätte, weil einzig und alleine im Vordergrund stand, dass es Charly dort gut gehen sollte.  Ich hoffe, dass ich nie in solche Notlage geraten werde, weil ich befürchte ich wäre egoistisch und könnte mich nicht von Chiru trennen. Trotzdem würde ich mir den Mut wünschen in jeder Lebenslage die richtige Entscheidung für ihn zu treffen. Das "wie" ist wichtig - da stimme ich allen Skeptikern zu. Viel zu viele Hunde werden einfach in die Tierheime abgeschoben. Aber wenn sich ein Mensch darum bemüht, die Situation für seinen Hund zu verbessern - auch wenn es die Abgabe bedeutet, dann sollte man ihn dafür meiner Meinung nach nicht verurteilen, sondern unterstützen.

*Hinweis: Name der Familien und Hunde sind frei erfunden!

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31 Kommentare

  1. Ich persönlich sehe Hunde Angaben immer kritisch. Besonders wenn es sich um den 6 Monate alten Hund handelt der 'umständehalber' abgegeben wird. Da frage ich mich schon ob diese Leute sich nicht der Verantwortung die sie eingehen bewusst gewesen sind? Auch Abgaben infolge Umzugs kann ich nicht nachvollziehen.

    Aber bei Abgaben wo das Wohl des Hundes im Vordergrund steht finde ich die Entscheidung sehr mutig und zeugt von wahrer Liebe zu seinen Gefährten.

    Ich persönlich hoffe nie eine solche Entscheidung fällen zu müssen.

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

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    1. Liebe Dani, danke für deine Meinung zu dem Thema. Ich finde auch man muss kritisch mit dem Thema umgehen, gerade bei einem sehr jungen Hund bzw. einem Welpen. Aber gerade hier macht sich für mich auch ein besonderes Problemfeld auf - wann ist der richtige Zeitpunkt den Welpen wieder zurückzugeben? Was ist wenn ich trotz reiflicher Überlegung vorher, mit der jetzigen Situation überfordert bin? Sofort zurückgeben oder lieber warten? Wobei du aber recht hast - sehr oft werden die Hunde einfach gedankenlos abgeben, weil sie dann doch zuviel Arbeit machen.
      LIebe Grüße
      Sali

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  2. Ein sehr mutiger Post!

    Ich denke der Grund, wieso gerade bei Facebook so hart reagiert wird ist, dass die Situation nicht gekannt wird. Da steht immer nur "Hund wegen Zeitmangel abzugeben". Da wird nie erläutert, was man schon alles versucht hat oder ob sich der Hund Wunden zufügt. Wenn so etwas beschrieben wird, dann dürften nur die wenigsten so abgehen wie man das des Öfteren sieht.

    Oft werden ja auch "einfach" Anzeigen bei E*** Kleinanzeigen geschalten. Ich hab auch schon Anzeigen gelesen, wo stand "Letzte Chance". Bei solch kurz geschriebenen Anzeigen kriegt man natürlich einen Hals. Ich denke, wenn jemand wirklich alles versucht um dann auch einen guten Platz zu finden (so wie dein Beispiel), dann wird sich auch bei der Anzeige oder dem Post viel mehr Mühe gegeben. Dann merkt man auch, dass den Besitzern etwas an dem Hund liegt.

    Liebe Grüße

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    1. Liebe Diana, das Thema beschäftigte mich schon seit einiger Zeit, wobei du recht hast - ich habe auch intensiv darüber gedacht, wie weit ich beim Einstiegsabsatz gehen kann ohne einen "Shitstorm" loszulösen. In der ersten Fassung stand Chiru sogar namentlich drin und ich habe mich dann vorher dagegen entschieden, weil ich Sorge hatte, dass jemand nur liest ich würde Chiru abgeben, aber nicht den gesamten Artikel wahrnimmt.

      Die Anzeige in Facebook war tatsächlich sehr liebevoll und ausführlich formuliert, deswegen war ich auch so geschockt über die Reaktonen. Ich stimme dir aber auch zu, dass man leider viel zu oft bei Kleinanzeigen im Internet lesen muss, dass der Familienhund zum Verkauf angeboten wird, wie ein überflüssig gewordener Gegenstand. Das macht auch mich immer sehr wütend.

      Liebe Grüße
      Sali

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    2. Leider ist es doch bei Facebook und anderen sozialen Plattformen so, dass jeder seinen Senf beisteuert ohne die Geschichte dahinter zu kennen. Das betrifft solche Geschichten, das betrifft aktuelle Flüchtlingsgeschichten, doch eigentlich alles was man bereit ist zu posten. Selbst wenn ich einen sarkastisch gemeinten privaten Post schreibe, schlagen die Wellen oft hoch (hierbei natürlich als besondere Schwierigkeit die fehlende Mimik und Aussprache der Person). Ich finde jedoch nicht, dass es das rechtfertigt!

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  3. Leider bieten die öffentlichen Medien immer mehr Menschen die Möglichkeit sich kommentarmässig auszutoben .Hetzkampagnen ohne Sinn und Verstand werden in die Welt gesetzt.Bei uns hat ein Radiosender Wünsche erfüllt .Unter anderen hat sich eine Familie einen Welpen von einem Züchter gewünscht.Eine wahre Hasslawine entstand."Warum Züchter..nicht Tierheim...."Von daher find ich Sowas einfach nur furchtbar und kann mir vorstellen was in deinem geschilderten Fall los getreten wurde .Ich denke einen solchen Schritt zu gehen ist für jedes " Herrchen"ein schwerer Schritt.Zeugt meiner Meinung nach von sehr viel Liebe zu dem Tier.Oft hat man keinen Einfluss auf solche Änderungen im Leben und ich finde es gut,wenn man dem geliebten Vierbeiner ein neues liebevolles Zuhause sucht.Sollte Charly weiter unter der Situation leiden,nur weil sich Herrchen nicht trennen konnte ?Die Entscheidung war bestimmt nicht leicht gefallen.Sicher gibt es genug Leute, die schnell die Lust am Tier verlieren und es abschieben wollen.Aber bei Charly war es ein guter Weg.Trotzdem möchte ich niemals so eine Entscheidung treffen müssen und kann verstehen in welchen Zwiespalt man geraten kann

    Den Link von der unfairen Diskussion wegen des Welpenwunsches sende ich Dir separat.Ist vielleicht auch mal eine interessante Diskussion

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    1. LIebes Schwesterchen, du sprichst mir mit deinem Kommentar aus dem Herzen und bringst meine Gefühle dazu super auf dem Punkt. Danke für den Link von der Radio-Aktion. Das ist wirklich ein Thema, dass ich zeitnah hier auf dem Blog aufgreifen werde.
      Bussi
      Sali

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  4. Liebe Sali,

    im ersten Moment war ich wirklich geschockt. Es mag aber auch daran liegen, dass hier öfter durchblitzt, dass deine Eltern mit Lotta oder deine Schwester sicher noch eine Alternative böten, zumal Chiru in deinem Fall diese Personen ja auch schon lange kennt.

    Dass solche extremen Reaktionen im Netz aufkommen, ist natürlich blöd. Aber wenn man quasi vor der eigenen Haustür sieht, wie ein Halter in drei Jahren drei Hunde hat und jeder wieder weggegeben wird oder wie man sich für 50 Euro einen Welpen in Polen kauft und nach einem halben Jahr überfordert ist, weil so ein Hund nun mal Arbeit macht und Geld kostet oder wie Hunde als Prestigeobjekte gekauft werden und Tag für Tag nur drei Mal fünf Minuten um den Block raus kommen, dann ist man erst mal blind für die Menschen, die sich wirklich bemühen, ein gutes Zuhause zu finden.

    In Charlys Fall ist die Entscheidung sehr mutig gewesen, keine Frage. Nur die Hintergründe, die liest man in den Anzeigen nicht und dann neigt wohl der typische Zweibeiner dazu, nach Luft zu schnappen und sich aufzuregen.

    Wuff-Wuff dein Chris

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    1. Liebe Britta,danke für deine ehrliche Wiedergabe zu dem Gedankenkino bei dir, dass der erste Absatz ausgelöst hat.
      Du hast recht, es gibt viele negative Beispiele für die Abgabe - besonders wenn dann immer wieder neue Hunde bei den Familien auftauchen. Trotzdem sollte man nicht pauschal urteilen und sich meiner Meinung nach auch vor Augen halten, dass es für meinen Hund auch bessere Alternativen gibt, als bei mir zu sein, wenn ich ihn nicht artgerecht versorgen kann. Aber Britta, ich muss auch zugeben - mein erster Gedanke ist auch immer erst ein negativer und dann hinterfrage ich die Situation.
      Liebe Grüße
      Sali

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  5. Liebe Sali,

    ich bin bei solchen Dingen immer sehr gespalten. Selbstverständlich ist es nicht gut, den Hund aus Egoismus bei sich zu behalten, wenn er leidet. Aber ich frage mich halt oft, ob nicht auch andere Lösungen möglich wären.
    Es ist natürlich so, dass Hunde sich auch in einer neuen Familie meistens schneller einleben als wir uns das eingestehen wollen - aber man kann ja auch versuchen eine solche Stelle als Tagespflege zu bekommen.
    Ich muss zugeben, ich hinterfrage die Abgabegründe und die bisher gesuchten Lösungen sehr kritisch, denn leider kenne ich auch die andere Seite solcher Geschichten - ein älterer Hund der auch wegen Änderung der Lebensumstände abgegeben wurde - und ich habe noch bei der Vermittlung geholfen ... und die ehemaligen Besitzer treffe ich dann nach drei Monaten mit einem neuen Welpen! Da kann einem schon der Gaul durchgehen.

    Ich hoffe, ich werde nie in die Lage kommen, eine solche Entscheidung treffen zu müssen - denn ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt ein anderes Zuhause als angemessen für meine Hunde ansehen würde.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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    1. Liebe Isabelle, bestimmt gibt es auch oft Alternativlösungen wie Tagespflege pp. Bei Chiru könnte ich aber ehrlich gesagt gar nicht einschätzen, was für ihn das bessere wäre. Mir war mit dem Post einfach wichtig aufzuzeigen, dass unsere Hunde sich sehr wohl in eine neue Familie sehr gut einleben können - auch wenn der Gedanke für uns hart ist. Ich kann deinen Zwiespalt aber sehr, sehr gut nachfühlen - ich muss da auch sofort vom Bauchmodus auf dem Kopf umschalten und versuchen die Sache Objektiv zu betrachten. Gerade bei so einem Negativbeispiel wie du das erlebt hast, fällt das schwer.
      Liebe Grüße
      Sali

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  6. Liebe Sali,
    Ich finde, man muss solche Abgabe-Fälle immer individuell betrachten. Natürlich bekomme ich ein Grummeln im Bauch wenn es um die vielen unüberlegten Hundeanschaffungen und die spätere Abgabe des Hundes in Tierheim & Co geht.
    Buddy's Züchterin beispielsweise ist bei Retriever and Friends Pflegestelle und hat häufig mit derartigen Fällen zu tun. Die jungen Hunde werden dann nach nur wenigen Monaten wieder weggeben weil die Menschen sich vor der Anschaffung zu wenig Gedanken gemacht haben. Sowas macht mich traurig und auch etwas wütend.

    Auf der anderen Seite hat meine Schwiegermutter schon mehreren Hunde aus zweiter Hand ein Zuhause gegeben, bei denen die Fälle sehr komplex waren. Die vorherigen Besitzer haben sehr unter dieser notwendigen Entscheidung gelitten (ähnliche Schicksale wie von dir beschrieben) und nach Abgabe teils jahrelang telefonischen Kontakt gehalten. Die Hunde haben sich glücklicherweise schnell eingelebt und ein gutes, zufriedenes Leben im 2. Rudel geführt.

    Daher denke ich, man darf nicht jeden Halter der für seinen Hund ein neues Heim sucht über einen Kamm scheren.

    Liebste Grüße!
    Melody

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    1. Liebe Melody, du beschreibst auch meine Gefühle zu dem Thema sehr gut und mir geht es da wie dir. Es grummelt, wenn man sieht wie schnell Welpen angeschafft werden und wie schnell man bereit ist sich wieder von ihnen zu trennen. Trotzdem muss man sich vor Augen halten, dass unsere Vierbeiner auch nach uns andere Menschen lieben und sich dort wohlfühlen. Vor Chiru hatte ich einen Hund, der mit 7 Jahren aus dem Tierheim zu uns kam und für ihn war ich ganz schnell eine innige Bezugsperson.
      Liebe Grüße
      Sali

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  7. Das ist ein ganz schwieriges Thema. Ich habe auch schon oft miterlebt, wie Leute zerissen wurden, weil sie einen Hund abgeben. Wenn der Hund einfach zu kurz kommt, nicht genug Zeit für ihn da ist, er vielleicht durch ein neues Kind nur noch gestresst ist, oder stundenlang alleine sein muss, dann ist es oftmals einfach die beste Entscheidung für den Hund und um das Wohl des Hundes soll es bei so einer Entscheidung ja vor allem gehen. Ich glaube auch nicht, dass jemand, der einen Hund viele Jahre lang hatte, diesen leichtfertig abgibt. Das fällt den Leuten sicherlich schon schwer genug, ohne dass sie von irgendwelchen wildfremden Leuten dafür kritisiert werden. (Gut, Ausnahmen gibt es immer. Ich habe auch schon von Leuten gehört, die alte Hunde abgegeben haben, weil sie ihnen im Alter einfach zu viele Kosten verursacht haben. Aber ich glaube immernoch, dass das eher die Ausnahme ist)

    Allerdings gibt es auch sehr viele Fälle, bei denen ich wenig Verständnis habe. Da ich ja, bevor ich Genki geholt habe, etwa ein Jahr lang versucht habe einen "Nothund" aus dem Tierheim oder privat zu bekommen, habe ich wirklich tagtäglich unzählige Anzeigen von abzugebenden Bulldoggen durchgelesen. Und da gab es ein sehr auffälliges Muster: Ungewöhnlich oft wurden da Bulldoggen im Alter von unter einem Jahr "wegen Zeitmangel" abgegeben. Und zwar so oft, dass es mir schwer fällt zu glauben, dass sich bei so vielen Leuten in den ersten Monaten nachdem sie ihren Hund zu sich geholt haben, plötzlich die Lebensumstände drastisch geändert haben sollen. Das klingt für mich dann alles doch sehr nach "Wir haben uns einen Hund geholt, aber vorher nicht genug Gedanken darüber gemacht, wie viel Zeit und Arbeit man dafür aufwenden muss". Und das finde ich sehr unverantwortlich und sogar egoistisch.
    Natürlich läuft es auf das selbe hinaus. Auch wenn jemand sich gerade einen Hund geholt hat und nach ein paar Wochen oder Monaten feststellt, dass es ihm zu viel Arbeit ist, ist der Hund dann immernoch besser aufgehoben, wenn er an jemanden abgegeben wird, der ihm sie Zeit und Aufmerksamkeit schenken kann, die er braucht. Für den Hund ist die Abgabe dann immernoch die beste Lösung. Aber da ist halt das Kind schon in den Brunnen gefallen, die Überlegung hätte einfach vorher gründlich fallen müssen, bevor man sich einen Hund holt. Und dann rege ich mich bei diesen "Hund nach 5 Monaten abgeben"-Leuten wirklich auf.

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    1. Liebe Monika, danke für deinen ausführlichen Kommentar zu dem Thema.Gerade bei Welpen fällt es mir auch oft sehr schwer die Abgabegründe nachzuvollziehen. Aber du bringst es in deinem Kommentar genau auf den Punkt - auch hier ist es genauso wie bei einem älteren Hund oft einfach besser den Hund abzugeben. Das "wie" ist hier bei nur sehr entscheidend. Für mich würde es nie in Frage kommen den Hund ins Tierheim zu geben und ich finde man ist in der Pflicht so lange zu suchen, bis man ein neues geeignetes Zuhause findet.
      LIebe Grüße
      Sali

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  8. Erst einmal vorweg: ich habe zu keinem Zeitpunkt an Chiru gedacht - das hätte nicht gepasst.

    Was die Abgabe eines Hundes angeht, da unterscheide ich schon. Wer einen nur wenige Monate alten Hund abgeben will, der hat bei der Anschaffung nicht nachgedacht. Und da kann nir auch niemand etwas von "geänderten Lebensumständen" erzählen. Genauso geht es mir, wenn ich von alten Hunden lese. Alte Hunde sind oftmals arbeits- und kostenintensiv - ich mag da jetzt etwas hineininterpretieren aber in mir kommt da der Gedanke von "Abschiebung" hoch.

    Ich selbst habe mir sehr lange vor meiner OP, die ich vor 2 Monaten hatte, überlegt, was aus meinen Hunden wird, wenn bei der OP etwas schief gehen sollte. Ich habe für alle verantwortungsvolle Paten gefunden, die sie im Notfall zu sich genommen hätten.

    Umstände, bei denen eine Abgabe besser wäre kann es immer geben. Aber zu viele machen es sich einfach zu leicht. Die denken schon beim Kauf nicht nach. Für viele sind Hunde mittlerweile nur noch ein Accessior, beliebig austauschbar. Wenn Hund heute nicht mehr gefällt kommt er eben weg aus besagten "geänderten Lebensumständen", einen Neuen bekommt man ja schon für wenig Geld.

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    1. Danke für deine ausführliche Meinung zum Thema! Ich denke, gerade wenn man so wie du im Tierschutz sehr aktiv ist, bekommt man eine sehr kritische Einstellung dazu. Wichtig ist mir bei dem Posting gewesen, dass man nicht aus den Augen verliert, dass es auch Fälle gibt, bei denen es für den Hund sogar besser ist, in ein neues Zuhause zu ziehen. Gerade wenn man eine sehr enge Bindung zu seinem Hund hat fällt es ja schwer sich vorzustelen, dass der eigene Hund auch wo anders glücklich ist. Das "wie" ist aber hierbei entscheidend! So wie du es zum Beispiel gemacht hast- schon frühzeitig sich um einen Paten für die Hunde bemühen.
      Liebe Grüße
      Sali

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    2. Da hast Du absolut recht. Daher ja auch die Suche nach "Paten" für meine Hunde. Ich habe mir Gedanken gemacht, was gewesen wäre wenn .. etwas schief gegangen wäre. Ih nicht mehr hätte laufen können. Lanwierige medizinische Betreuung gebraucht hätte. Da wäre eine Abgabe das beste für die Hunde gewesen - so weh es auch getan hätte. Aber das ist auch ein Aspekt von wahrer Liebe.

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  9. Als ich die ersten Zeilen gelesen habe, habe ich gedacht, ich muss Sali schreiben und ihr anbieten Chiru aufzunehmen *hust* Ehrlich gesagt gehöre ich zu den Leuten, die sich selten vorschnell eine Meinung bilden, sondern erst mal überlegen. Ich denke, dass viel zu viele Hunde "abgeschafft" werden, wenn es mal etwas unbequem wird oder die Besitzer schlichtweg keinen Bock mehr auf Hund haben. Ich denke aber auch, dass es Umstände gibt, die man nicht planen kann und das Letzte was diese Besitzer brauchen, sind Menschen, die sich vorschnell eine Meinung bilden und wild im Internet rumstänkern. Jemand mit gesundem Menschenverstand fällt es sicherlich nicht leicht, sich von seinem Tier zu trennen aber manchmal ist es einfach besser so. Manchmal passt es vielleicht auch einfach nicht und beide Seiten sind ohne einander glücklicher. Das sollte man respektieren, versuchen zu helfen oder eben einfach den Mund halten ;-)

    Liebste Grüße und ich bin froh, dass Chiru nicht die Koffer packen muss ;-)

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    1. Ach Ricarda, über deinen Kommentar war ich richtig gerührt! Danke! Aber zum Glück ja unnötig :-)!
      Liebe Grüße
      Sali

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  10. Ein sehr schwieriges Thema.
    Aber ...vieles machen wir erst schwer und schwierig.
    Deine Frage, was ich dachte?
    Ich dachte du schreibst dies um einen Hund ein neues zu Hause zu geben. ( aber nicht Sali!!!)
    Viele Lebensumstände können sich ändern.
    Scheidung, Krankheit, Unfall... was macht man dann? Ich hoffe, das es nicht geschieht.
    Und wünsche euch bleibt gesund und munter.
    Liebe Grüße von Sylvia

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    1. Danke für deine lieben Worte und deinen Kommentar Sylvia! Zum Glück würden sich im Notfall meine Eltern um Chiru kümmern - ein beruhigendes Gefühl.
      Liebe Grüße
      Sali

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  11. Mein erster Gedanke? Oh Gott! Arme Sali, das muss einfach unglaublich schrecklich sein! Ich war dann sehr erleichtert, dass dem nicht so ist. Ich hatte das Thema gerade erst bei Irish in Not und habe mich über die Pöbeleien geärgert. Wer leichtfertig seinen Hund anschafft und abgibt soll das BITTE tun! Der Hund hat ein besseres zu Hause verdient und vor allen, die diese Entscheidung zum Wohl des Hundes treffen ziehe ich den Hut. Ich hoffe, dass ich auch so vernünftig wäre. :-(

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    1. Danke für deine ehrliche Antwort zum Thema! Mir gehen oft die gleichen Gedanken durch den Kopf: auch wenn die Leute leichtfertig bei der Anschaffung waren, lieber abgeben als wenn der Hund vernachlässigt wird und nicht die Liebe bekommt die er verdient hat. Das "wie" ist entscheidend und nicht das "ob".
      LIebe Grüße
      Sali

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  12. Klar ist das ein kritisches Thema.
    Aber eigentlich sollte sich jeder bewusst sein, dass sich auch private Situationen blitzschnell ändern können. Sei es dass man aus beruflichen Gründen umziehen muss, jemand schwer krank wird, oder anderes.
    Solange es für den Hund das Beste ist, sollte man ihn abgeben. Das ist für das liebende Frauchen und Herrchen bestimmt die schwerste Entscheidung ihres Lebens.
    Aber einen Hund so lange allein zu lassen, das ist für mich wirklich Quälerei.

    Nicht in Ordnung - und das habe ich ja bereits als Antwort weiter oben ausgeführt - finde ich die überschnellen Reaktionen der Menschen heutzutage. Vorschnelles (Ver-)Urteilen, verletzender Ton; das sind Sachen die für mich nicht gehen. Meine Eltern haben mir durchaus beigebracht, meine eigene Meinung zu vertreten. Aber eben auch, dabei nicht verletzend zu wirken. Und sich immer beide Seiten der Medaille zu betrachten. Ich finde leider, dass das heute etwas verloren geht...

    LG
    Jenny

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    1. Liebe Jenny, du bringst meine Meinung toll auf den Punkt. Mein Hund und seine Bedürfnisse müssen im Vordergrund stehen bei der Entscheidung und nicht ich selber. Schlimm ist wie du auch schon oben geschrieben hast, wie schnell negative Kommentare, Beleidigungen und Vorwürfe kommen, wenn jemand um Hilfe bittet. Gerade im Internet geht es ja ganz schnell eben mal eine Beleidigung zu tippen - mit auf der Welle schwimmen ohne Hintergründe zu kennen... leider!
      Liebe Grüße
      Sali

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  13. Ich bin ja meist "stille" Leserin, aber heute muss ich auch mal schreiben.
    Lieber den Hund in eine andere Umgebung zu netten Leuten geben, als egoistisch sein, und sich nicht trennen wollen! Allerdings ist für uns klar, dass es nach Isi keinen Hund mehr geben wird, weil gerade ein "Umziehen" für einen verwöhnten Hund nicht einfach ist. Ich habe mal eine Basset Hündin mit 8 Jahren vermittelt, die noch 7 wundervolle Jahre in einem neuem Heim verbringen durfte. Sie hat sich in kürzester Zeit eingelebt.
    Was ich dachte, als ich deine ersten Zeilen gelesen habe?
    : Sie will einen anderen Hund vermitteln.
    Ich stimme aber Chris zu, dass es leider Leute gibt, die andauernd einen anderen Hund haben....
    Liebe Grüße Heidi, die gute Besserung für Chiru wünscht, und Schlabberbussis von Isi mitschickt.

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    1. Danke für deine Meinung zum Thema Isabella und ich habe mich riesig gefreut darüber, dass du auch unseren Blog regelmäßig verfolgst!
      Liebe Grüße
      Sali

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  14. Schön, zu lesen, dass es auch die andere Seite gibt. Ich muss leider meine kleine Fellkugel leider abgeben, weil die Nachbarschaft hier ungemein hundeunfreundlich wurde und mittlerweile auch Rattengift ausliegt. Zudem wird er, wenn ich ihn allein lassen muss, getriezt und solange aufgestachelt, bis er bellt, so dass man sagen kann, dass er natürlich die Nachbarn stört. Mir persönlich bricht es das Herz, aber ich sehe leider auch aufgrund meiner Arbeitssituation keine andere Möglichkeit. Ich muss momentan nur dreimal die Woche für 6-10h arbeiten; ab Oktober sieht das anders aus und das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Allerdings bin ich auf meine Anzeige hin auch so richtig übel beschimpft und angefahren worden, dass ich nicht wusste, was ich tun soll.

    Und ich gehöre zu den Leuten, die alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben. Hundetrainer, Tagesstätten, Nachtbetreuung - es ist für meinen Kleinen immer Stress, da er auch merkt, dass ich mir einen Kopf mache. Daher tut es gut zu lesen, dass es auch andere Reaktionen geben kann.

    LG Michaela

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    1. Liebe Michaela, dein Kommentar hat mich sehr traurig und betroffen gemacht. Ich kann nur zu gut nachfühlen wie schwer es dir fällt dich von deinem Hund trennen zu müssen. Dann noch angefeindet zu werden ist einfach schrecklich. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du für deinen Kleinen ein gutes neues Zuhause findest. Manchmal tuen die richtigen Entscheidungen für jemanden den man sehr liebt, verdammt weh. Aber es ist kein schönes Hundeleben, nur alleine zu sein.
      Liebe Grüße
      Sali

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    2. Liebe Michaela,beim Lesen wurde ich immer fassungsloser.Wie kann man so unmenschlich sein und dir und deinem Hund sowas antun?Ich schließe mich Sali an und kann dir nur sagen,wie betroffen mich das macht.Eine Freundin von mir hatte auch so nette Mitmenschen ,die ihrer Hündin das Leben schwer machten.Luna lag oft im Garten und man ging mit seinen Hunden vorbei und provozierte Luna,bis sie sich irgendwann mal wehrte und sich auf Hund und Herrchen stürzte.Schnell kam dann eine Anzeige.Sie hatte Glück,dass der Herr vom Ordnungsamt sich auch ihre Darstellung anhörte.Sie ist dann mit Luna ausgezogen.Aber sie hatte den Vorteil ,dass sie zu Hundelieben Bekannten ins Haus ziehen konnte, da dort eine Wohnung frei wurde.Ich wünsche dir von Herzen,dass du vielleicht doch noch eine Lösung findest ,um deine Fellnase nicht zu verlieren.Das schlimme ist ja,dass Gesprächsversuche mit solchen Menschen meist zu nichts führen.Ich wünsche euch alles Gute , liebe Grüße
      Tami

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