TABUZONEN FÜR DEN HUND?!

Donnerstag, Februar 05, 2015

Punky darf nicht in die obere Wohnetage mit den Schlafräumen und  Sandras Sammy darf die Küche nicht betreten... Bei Ilona dürfen die Hunde im Wohnzimmer keine Kaustangen fressen und Andrea mag es nicht, wenn ihr Kalle auf das neue Sofa springt... Das war das Ergebnis einer gemütlichen Kafferunde mit vier meiner Freundinnen, beim Thema was der eigene Hund zu Hause darf und nicht.
Im ersten Moment war ich echt überrascht, dass außer Chiru keiner der Hunde mit im Schlafzimmer schlafen darf. Auch der Fressnapf gehört für mich automatisch in die Küche, wo sollte ich Chiru sonst füttern?!




Chiru machte es sich zwischenzeitlich auf dem Sofa gemütlich.  Das wurde natürlich sofort  von meiner Freundin Sandra mit einem strafenden Blick in meine Richtung quittiert. "Das ist jetzt aber kein Wunder, dass Chiru schlechter als mein Sammy hört, wenn er bei dir alles darf", konnte sie sich ebenfalls nicht verkneifen. Stimmt das? Waren die Privilegien, die (nicht nur) Chiru geniest schuld an seinem - wir nennen es mal, sehr selbstbewussten Verhalten?! Ich schreibe bewusst, dass nicht nur Chiru diese geniest, für mich gibt es zum Beispiel nichts beruhigenderes vor dem Einschlafen, als sein "zartes" Schnarchen neben meinem Bett. Und was wären die Abende ohne eine gemütliche Kuschelrunde auf dem Sofa?! 


Welche Tabuzonen gibt es bei vielen Hundehaltern?

In unsere Kaffeerunde standen schnell die vier Spitzenreiter fest:

  •     die Schlafräume,
  •     das Sofa bzw. der Sessel,
  •     das Badezimmer
  •    und die Kinderzimmer.



Sinn oder Unsinn von Tabuzonen

Hört Sammy tatsächlich besser als Chiru, weil er Tabuzonen gesteckt bekommt? Ist Chiru der Meinung, dass er die Karriereleiter der Rudelsführung hochgerutscht ist, weil er abends zum Kuscheln auf die Couch darf?  Eine meiner Lieblingsantworten wäre jetzt: "Das liegt an der Rasse!". Sammy ist ein "Aussie" dem ist das "will to please" - der Wunsch zu gefallen, schon in die Wiege gelegt. Chiru hingegen ist ein Hütehund, der selbstständige Entscheidungen treffen musste! Klar das so ein Hund erst überlegen muss, ob meine Ansage jetzt auch Sinn macht! Wäre jetzt eine für mich sehr schöne Begründung - stimmt aber nicht. Es sind aber auch nicht die Tabuzonen, die Sammy zu einem gut erzogenen Hund machen, sondern die Konsequents, mit der diese von meiner Freundin Sandra umgesetzt werden. Und das ist bezeichnend für ihr gesamtes Zusammenleben mit ihrem Hund Sammy - das Zauberwort: Konsequenz.

Hunde hören nicht automatisch besser, weil sie nicht auf erhöhten Sitzplätzen liegen dürfen, wie viele Erziehungsratgeber es uns glaubhaft machen möchten. Viel wichtiger sind klare Strukturen im Zusammenleben mit dem Vierbeiner und die konsequente Einhaltung.  Eine der Eigenschaften die ich an meiner Freundin Sandra sehr schätze, ist ihre Gradlinigkeit. Für sie gibt es nur selten "vielleicht" oder "manchmal". Sammy darf die Schlafräume nicht betreten - Punkt. Egal, ob er saubere Pfoten hat oder dreckige. Die Kaustang gehört für sie nicht auf den Wohnzimmerteppich, sondern Sammy frisst sie im Flur. Ist Sammy deswegen ein unglücklicher Hund? Diese Frage kann ich mit einem eindeutigen "nein" beantworten. Sammy ist ein sehr selbtbewusster und ausgeglichener Hund, der im Zusammenleben mit seiner Familie genau weiß, was er darf und was nicht. Diese Beständigkeit und der feste Rahmen in dem er sich bewegt bieten ihm die Sicherheit. Sammy ist ein festes Rudelmitglied und verbringt viel Zeit mit Sandra - er führt kein isoliertes Leben, nur weil er nachts in seiner Box im Wohnzimmer schläft.

In unserer Runde stand schnell fest - die Tabuzonen haben nichts mit Hunderziehung zu tun, sondern dienen einfach dem eigenen Wohlempfinden meiner Freundinnen oder haben praktische Gründe. Auch ich musste zugeben: mit Klein-Lottchen das Bett zu teilen ist ok, aber ob ich das genauso schön finde mit Kalle? Kalle  ist ein Bobtail der später  ausgewachsen 50 kg auf die Waage bringt! Chiru wird bei matschigen Wetter einfach schnell in der Wanne abgebraust, da stört es mich nicht, wenn er durch das gesamte Haus läuft. Hätte ich aber nach jeder Runde Lust durchzuwischen, weil Sammy der zu groß für die Wanne ist, die Pfoten schlammig hatte? Auch diese  Frage muss ich mit "nein" beantworten und wäre in diesem Fall auch für die Einführung von Tabuzonen!

                       Wie ist das bei euch und euren Hunden? Habt ihr Tabuzonen?
                                              Ich bin gespannt auf eure Antworten!
                                                                    Liebe Grüße

                                                                    Sali und Chiru


PS:
Seit einer Woche gibt es auch bei uns eine Tabuzone: mein neuer Ohrensessel :-). Das liegt aber auch nur daran, dass ich befürchte, dass das Kunstleder den Hundekrallen nicht standhält. Chiru trägt es aber mit Fassung ;-)

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11 Kommentare

  1. Ja ich bin eindeutig eurer Meinung. Tabuzonen haben nichts damit zu tun, ob ein Hund hört oder nicht. Ich gebe zu, das ich keine Tabuzone habe, naja also ich mag es nicht wenn sie ihre Nasen auf dem Tisch haben. Ich esse gerne ohne sie am Tisch. Daneben liegen ist aber ok. Sie hören aber gut auf mich, meine Älteste besser als meine Jüngste, aber ich übe fleissig. Danke für den schönen Post!

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  2. Hallo liebe Sabine,

    das ist ein Thema, da scheiden sich in der Hundewelt die Geister. Ich glaube auch nicht an diese Dominanztheorie, nach welcher der Hund die Herrschaft ergreift, wenn er auf das Sofa darf. In so einem Fall ist das Sofa dann wohl eher ein weiterer Markerpunkt. Ich meine, wenn es mit Hund auf der Couch Probleme gibt, gibt es sie in der Grundstruktur, abr nicht wegen dem Sofa.

    Bei uns gibt es auf den ersten Blick gesehen keine Tabuzonen. Nur Situationsbedingte, heißt, unsere Hunde dürfen z.B. zwar auf die Couch, aber nicht mit Knochen oder ähnlichem. Damit müssen sie sich dann auf ihre eigenen Plätze begeben.

    Ich finde es auch völlig in Ordnung, wenn Menschen etwas zur Tabuzone erklären, einfach weil sie sich so wohler fühlen. Wer z.B. im Bett keine Hundehaare haben möchte, lässt den Hund da halt nicht hin. Wichtig ist dabei die Konsequenz, wie du schreibst.

    Struktur im Hundeleben finde ich immens wichtig, wie bei Kindern. Es sind Grenzen, die der Orientierung und dem Sicherheitsgefühl dienen. Damit kann Hund seinen hündischen Alltag viel besser meistern und ist in Folge ein wesentlich entspannterer Lebensgenosse ...

    Liebe Grüße
    Anke und Lucy (die im Bett schlafen darf und sogar eine eigene Hundecouch hat :-) )

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  3. Liebe Sali,

    Kunstleder stört es nicht, wenn ein Hund darauf liegt, solange er nicht darauf herumscharrt, das weiß ich aus Erfahrung :-) Was die Tabuzonen angeht, hm, mal überlegen, ich darf nicht auf den Tisch und auch nicht auf den Stuhl, wenn Frauchen am Tisch isst. Dann hört es aber auch schon auf. Aber, wie du schon sagst, kommt es wohl auch auf den Hund an. Ein riesiger Bobtail im Bett? Das wird bestimmt eng. Die Kauknochensache hält Frauchen ähnlich, auf dem Sofa gibt es nix zu futtern, auf dem Teppich darf ich dagegen essen. Und der Napf steht mangels Platz in der Küche hier im Büro. Er darf auch nirgendwo anders stehen, sonst schaue ich mein Futter nicht an. Frauchen wollte den mal ins Wohnzimmer umziehen lassen - keine Chance.

    Wuff-Wuff dein Chris

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  4. Tabuzonen??? Ne, so was kennt Linda nicht... ;)

    Ein sehr schöner Artikel liebe Sali, der mir aus der Seele spricht. Schließlich ist das Zusammenleben mit dem Hund eine sehr individuelle Angelegenheit, der man niemals mit pauschalisierenden Aussagen (die leider immer noch für bare Münze genommen werden) gerecht werden kann. Wie Du selbst schon aufgeführt hast, gibt es einfach ganz unterschiedliche Faktoren, die dazu führen, ob etwas erlaubt bzw. angenehm ist oder eben nicht. Und genau das macht die Ansagen ja auch authentisch, was jeder Hund in der Regel sofort versteht.

    Linda darf ja fast alles und hört trotzdem. Sie ist wohl ein Ausnahmetalent... lach

    LG Andrea

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  5. Richtige Tabuzonen gibt es bei uns eigentlich nicht, aber einige Einschränkungen. Ich darf zum Beispiel auf die Couch, aber nur auf meine Decke. Auch ins Schlafzimmer darf ich mit, aber nicht mit ins Bett. Kauknochen dürfen bei uns zwar im Wohnzimmer verspeist werden, nicht aber auf der Couch, wie ich diese Woche erfahren habe etc. pp. Im Gegenzug habe ich auch Tabuzonen für mein Frauchen eingerichtet. Sie darf zwar neben meinem Körbchen sitzen, aber nicht darin. Das ist nur fair, finde ich!
    Liebe Grüße
    Lotta

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  6. Bei uns gab es Tabuzonen bis ich meinen Freund dazu überreden konnte, es mal mit Hund im Bett zu testen und siehe da, er kann nicht mehr ohne Hunde im Bett liegen :-)
    Ich finde es einfach toll, wenn man eine nasse Nase am Fuß hat oder ein Hund an einen ran rückt, weil er Nähe will.
    Eine automatische Tabuzone ist bei uns die Küche (beziehungsweise wird es nach dem Umzug werden), aber nicht weil ich Hunde in der Küche nicht mag, sondern weil unsere Küche ein Schlauch ist und wenn da ein Hund drin steht ich mich nicht mehr bewegen kann :-)

    Liebe Grüße
    Anna

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  7. Liebe Sali,
    bei der Konsequenz habe ich mich gleich ertappt gefühlt!!!!
    Bei Teo muss man sehr konsequent sein, sonst hat man verloren....aber das ist nicht meine Stärke.
    Wir haben wenige Tabus aber am Esstisch ist seine Anwesenheit tabu. Ich mag es nicht, wenn ein Hund bettelnd am tisch steht. Selber kann ich das noch gut ab, aber bei Besuch ist es dann doch unangenehm. Und unser neues Sofa ist leider tabu, damit das Leder nicht leidet. Das tut mir selber nun auch weh, weil ich die Kuschelei so mag...haben wir nun auf den dicken Teppich verlegt!
    LG Astrid

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  8. Bei uns ist das Schlafzimmer die Tabuzone - aus alter Tradition gewachsen, denn mit zwei großen Hunden wird es schnell eng im Bett und da ich nie gemerkt habe, wenn die Hunde sich ins Bett geschlichen haben ... wurde eben das ganze Schlafzimmer tabu.
    Sonst gibt es natürlich auch einige Regeln, aber bei all denen geht es wirklich mehr um unsere Bequemlichkeit oder unsere Vorstellungen von Reinlichkeit - wie das schon erwähnte Knochenfuttern auf dem Sofa oder nur mit sauberen Pfoten durch das Haus toben.
    Außerdem ist mir wichtig, dass die Hunde es auch akzeptieren, wenn wir Ihnen auch mal kurzfristig ihre normalen Rechte einschränken - wenn z. B. Besuch kommt und wir die ganze Couch für Menschen brauchen ;)

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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  9. Bei uns ist das Schlafzimmer die Tabuzone - aus alter Tradition gewachsen, denn mit zwei großen Hunden wird es schnell eng im Bett und da ich nie gemerkt habe, wenn die Hunde sich ins Bett geschlichen haben ... wurde eben das ganze Schlafzimmer tabu.
    Sonst gibt es natürlich auch einige Regeln, aber bei all denen geht es wirklich mehr um unsere Bequemlichkeit oder unsere Vorstellungen von Reinlichkeit - wie das schon erwähnte Knochenfuttern auf dem Sofa oder nur mit sauberen Pfoten durch das Haus toben.
    Außerdem ist mir wichtig, dass die Hunde es auch akzeptieren, wenn wir Ihnen auch mal kurzfristig ihre normalen Rechte einschränken - wenn z. B. Besuch kommt und wir die ganze Couch für Menschen brauchen ;)

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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  10. Ein toller Artikel :-)
    Bei uns gibt es keine klassischen Tabuzonen. Es gibt aber ganz klare Regeln wie "kein Toben auf der Couch", da war ich auch ganz rigoros von Anfang an. Auch wenn jemand etwas isst, ist die Couch so lange tabu. Ich finde das ist eher eine Respektssache, wenn Buddy z.B. auf der Couch liegt und ich komme ins Zimmer und steuere die Couch an, dann springt er runter und wartet darauf, dass ich ihn wieder hoch rufe. Wenn nicht legt er sich wo anders hin. Generell gilt "Auf Sitzmöbel hinzugesellen nur auf Einladung".
    Solche Dinge finde ich wichtig, da zum einen die Positionen klar definiert sind und zum anderen aus praktischen Gründen... wenn meine Oma zu Besuch ist, dann ist es ihr nicht recht wenn der Zwerg mit auf der Couch ist und das finde ich auch in Ordnung.
    Ich finde es geht nicht darum Dinge prinzipiell zu verbieten, sondern Regeln zu schaffen mit denen das Zusammenleben angenehm ist.

    Liebe Grüße,
    Buddys Frauchen

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  11. Ein wirklicher guter Artikel, du hast das Thema sehr schön aufgearbeitet :-)

    Lilly hat keinerlei Tabuzonen. Sie darf ins Bett, auf's Sofa, in die Küche und selbstverständlich auch ins Kinderzimmer - hätten wir Kinder ;-) Ich bin aber auch nicht sonderlich empfindlich, was hier ein Hundehaar oder dort ein Pfotenabdruck angeht, das habe ich mir ja schließlich vor der Anschaffung überlegt ;-) Den Hund aus Dominanzgründen nicht ins Bett zu lassen, halte ich auch für Qutasch. Lilly weiß, dass sie nur auf Kommando ins Bett oder auf's Sofa darf und auch nur, wenn ihr Decke drauf liegt und sie weiß auch, dass sie augenblicklich runter muss, wenn wir das möchten! Auch lässt sie weiterhin Besuch auf's Sofa und knurrt nicht etwa ;-) Für Lilly wäre es die reinste Qual, wenn sie nicht so eng bei uns sein dürfte, sie ist sehr anhänglich und verschmust. Dass unsere Hunde schon immer im Schlafzimmer geschlafen haben, hat auch einen praktischen Grund, wenn der Hund mal Durchfall oder ähnliches hat, bekommt man das sehr schnell mit und kann entsprechend handeln, auch ein Welpe wird meiner Meinung nach viel schneller stubenrein, wenn er rechtzeitig vor die Tür gelassen wird. Trotzdem verurteile ich niemanden, der sagt, mein Hund darf nicht in die Küche oder sonst wo hin. Jeder muss sich in seinem Zuhause mit seinen Regeln wohlfühlen und solange der Hund nicht darunter leidet ist das vollkommen in Ordnung für mich. Zumal Hunde Regeln schätzen und auch wenn wir keine Tabuzonen haben, so gibt es auch im Hause Punkt die ein oder andere Regel ;-)

    Liebste Grüße

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