Warum einen "Britischen Collie"?

Montag, August 25, 2014


Erinnert ihr euch noch an den kleinen Collie Dane? Aus dem tapsigen Junghund mit 16 Wochen ist ein wunderschöner Rüde geworden und ich habe mich riesig gefreut ihn wiederzusehen.
Ihr erinnert euch vielleicht - ich bin mit einem Collie groß geworden.Der kleine Dane von Bettina hat viele Eigenschaften, die ich schon als Kind an Arie,meinen Weggefährten und an der Rasse sehr mochte.Für mich ist der Collie nicht nur eine wunderschöne Kindheitserinnerung, sondern eine tolle Rasse,die viele liebenswerte Eigenschaften hat. Warum Bettina sich genau für diese Rasse entschieden hat? Das habe ich sie gefragt und herausgekommen ist ein wunderbares Portrait über den "Britischen Collie".Viel Spaß beim Lesen!



Warum einen "Britischen Collie"?
Ein Rasseportrait von Bettina Mertens

Ich war schon immer ein Hundenarr und wollte auch schon immer einen Hund. Ein Leben ohne Hund ist für mich mittlerweile eine grausige Vorstellung und ich hoffe, dass ich bis ins hohe Alter dazu in der Lage sein werde, mich artgerecht um einen 4-Beiner zu kümmern. Mit Mitte 30 konnte ich mir dann den Traum von einem Hund das erste Mal erfüllen. Und so kamen damals Rex, Maffin und Fea zu mir. Maffin (Foto links), die Kleine (Shih Tzu) ist noch immer bei mir.



ABER WIE KAM ES NUN ZU EINEM COLLIE?!

Nach dem Tod meines Seelenhundes Rex, ein Australian Shepherd, war schnell für mich klar, dass ich wieder einen Hund möchte. Ein Aussie sollte es jedoch nicht mehr sein, mir gefiel nicht, was in den vergangen Jahren aus dieser tollen Rasse herausgezüchtet wurde und ich war mir sicher, dass kein anderer Aussi jemals annähernd den Platz von Rex einnehmen könnte. Mir gefielen jedoch nach wie vor die tollen Eigenschaften eines Aussies vom ursprünglichen Typ. Und so machte ich mich auf die Suche, diese Eigenschaften wieder zu finden, ohne die heutige für mich zu nervende nervöse Art moderner Aussies.


O´Neill (Papa Joe´s) - Collie Rüde mit der Farbe blue-merle

Ich fand sie im Collie: Freundlich im Wesen, beschützend, verspielt und aktiv, treu, sanftmütig, loyal, freundlich, intelligent. Der Collie ist ein schottischer Schäferhund der als Hütenhund an Schafherden zum Einsatz kam. Es gibt ihn kurzhaarig und langhaarig, sowie in 3 Farbschlägen: Zobel-Weiß, Blue-Merl und Tricolor. Rüden werden bis zu 61 cm groß, Hündinnen bis zu 56 cm.Der Britische Collie ist der „eigentliche“ Collie.Es gibt auch noch den Amerikanischen Typ, bekannt durch die Fernsehsendung Lassie. Diese Hunde sind meist mindestens 5-6 cm größer, haben einen größeren, etwas anderen Kopf und weniger Unterwolle als ein echter Brite. Amerikanische Collies gibt es auch noch in einer Vielzahl anderer Farbschläge, die aber nicht im VDH zugelassen sind, und haben auch ein etwas, anderes Wesen wie auch einen anderen Gesamtausdruck. Man sollte aber weder einen Briten, wie auch einen Ami, nicht an Lassie messen.

Hier ein Brite Zobel-Weiß (Foto rechts)  und eine Mischung aus Brite und Ami Tricolor (Foto links).



Collies zählen zwar zu den intelligentesten Hunderassen der Welt, aber Lassie-Wunder gibt’s doch nur im Film. :-) Die Rasse hatte ich also somit bereits gefunden. Nun galt es zu entscheiden, ob kurzhaarig oder langhaarig.Ich habe mich für den Langhaarcollie entschieden. Zum Einen war ich „fliegende“ Wolle durch meinen Aussie bereits gewohnt, zum Anderen gefielen sie mir so einfach besser und kamen meiner Vorstellung von einem Collie doch näher. Wer also keine Haare in der Wohnung und seiner Hose mag, sollte sich sowieso keinen langhaarigen Hund holen. Wobei es ein Irrtum ist, dass das Fell eines Collies sehr sehr pflegeintensiv ist. Ich bürste meinen Collie alle 2-3 Wochen richtig durch, ansonsten achte ich täglich auf die Stellen, die leicht verfilzen können. Das ist zB. hinter den Ohren und an den Achseln. Hier kontrolliere ich täglich und kämme notfalls „Knötchen“ raus.Der Collie besitzt ein selbstreinigendes Fell. Wenn man ihn nach dem Gassigang eine Zeit auf seinen Platz schickt, kann man dort hinterher den herausgefallen Dreck aufsaugen oder aufkehren.

Ja, und so kam dann Papa Joe`s Dynamic Dane zu mir.


Und ich bin so froh und glücklich, mich für diese Rasse entschieden zu haben. Er erfüllt alles, was ich mir vorgestellt haben.Dane ist sensibel, intelliegent, loyal, verschmust, verspielt, witzig, treu, freundlich, wunschschön, verschmitzt, ein Schlitzohr.


Hier aktuelle Foto (8 Monate alt)
                                                    

DAS WESEN

Viele seiner Eigenschaften habe ich bereits geschrieben. Und sie treffen ALLE zu. Ein Collie ist ein angenehmer Begleiter, der eigentlich nur bei seiner Familie sein möchte. Er ist ein Hund der „leisen“ Töne. Übermäßige Härte und anschreien ist nichts für ihn. Schlagen, das versteht sich eh von selbst, geht gar nicht. Er ist leicht zu erziehen, wenn man liebevoll konsequent ist und bleibt. Er lernt unglaublich schnell und möchte ungedingt gefallen. Er bringt also den nötigen „will to please“ mit und das immer und überall.

Collies sind in ihrer Art vorsichtig, nicht zu verwechseln mit ängstlich. Sie schauen erst ein paar Mal, bevor sie zB. ausgelassen mit anderen spielen. Spielen diese zu körperbetont, spielt ein Collie oft nicht mehr mit. Sie wollen gerne fangen spielen, um die Wette rennen, sich gegenseitig jagen, Raufen liegt nicht in ihrer Natur.



Collies sollte man früh und gut sozialisieren und mit allem vertraut machen. Laute Geräusche, in die Stadt gehen, Bus fahren, viele Eindrücke sammeln und vermitteln. Auch hier brauchen sie immer wieder den Reiz um souverän damit umzugehen. Leider gibt es in der Zucht auch einige ängstliche Charaktere. Beim Kauf eines Collies also unbedingt darauf achten und sich die Zuchtstätten und Elterntiere genau ansehen.

Beherzt man einige dieser Dinge bei der Auswahl, hat man nur noch Freude mit seinem Collie. Verträglich in der Regel mit Hündinnen und Rüden, draußen aufgeweckt und verspielt, sehr gehorsam, witzig und immer lernwillig. Er eignet sich für eine Vielzahl von Hundesportarten wie Agility, THS, Flyball, Obidience ist aber genau so glücklich mit seiner Familie zu wandern, Rad zu fahren, lange Spaziergänge zu machen, zu schwimmen und einfach nur dabei zu sein, nebst ausgiebigem Kuscheln zuhause.

Dane kann ich überall mit hinnehmen, er zieht von sich aus nicht an der Leine, das musste ich ihm nicht mal beibringen. Er geht stehts bei mir in einem überschaubaren Radius, er läuft nicht weg, jagt nicht und ist ein angenehmer Begleiter. An die Leine muss er wirklich nur aus pers. Vorsicht an der Strasse. Er ist stets neugierig, verspielt und freundlich zu Menschen und Artgenossen.Dane schwimmt gerne und rennt anschließend am liebsten durch den Sandstrand, nicht, ohne sich dann rundherum zu panieren. :-D

Alles in Allem könnte ich täglich nur von meinem Hund schwärmen. Ich werde mir ganz sicher einen 2. Collie dazu holen. Ich liebe diese Rasse weil sie so unbeschreiblich schön sind, elegant, etwas majestetisches haben und dabei ein so aufgeweckt freundlich Wesen besitzen. Und, sie sprechen mit einem. Ich schwöre, Dane versteht einfach ALLES. *schmunzel



Collies sind für alle Menschen jeden Alters geeignet. Sie passen sich wunderbar an ihre Familie an. Ob mit oder ohne Kinder, ob jung oder schon älter. Sie sind einfach nur toll!Collies sind übrigens sehr langlebig und gelten als überaus gesunde Rasse.Beim Kauf sollte man aber auf einen bestimmten Gendefekt achten. MDR1 genannt und auch auf DM (Degenerative Myelopathien). Eine Collietypische Erkrankung, die eine Medikamentenunverträglichkeit mit sich bringt und zum Tode führen kann. Gute Züchter lassen ihre Hunde testen und achten bei der Verpaarung darauf. Also niemals „Wühltischwelpen“ kaufen, Der Gang zu einem VDH-Züchter lohnt immer und ist das Geld auch wert.

NACHDENKLICHES

Collies sind Hütenhunde, also für mich Arbeitshunde. In der modernen Zucht geht das allerdings leider etwas verloren. So gibt es nur noch sehr wenige Zuchtstätten, die diese wunderbare Arbeitslinie vom ursprünglichen Typ züchten. (Hier ist auch meistens das Fell nicht so üppig und aufgeplüscht). Das finde ich pers. sehr schade, weil Collies bei der Arbeit auch einfach nur toll sind. Nicht so nervös wie zB. Border und nicht so laut wie ein Assie. :-) Sie sind die perfekte Mischung mit gutem Arbeitstrieb und hoher Intelligenz bei der Ausführung, sie denken mit.Es gibt also auch beim Collie eine Arbeitslinie (weniger Fell, mehr Trieb und Arbeitsfreunde) und eine Showlinie (viel Fell, niedliche Knopfaugen). Es gibt auch sicher Hunde vom Showtyp, die Arbeitsfreunde und Trieb mitbringen. Meiner zB., was mich sehr freut.Ich würde mir wünschen, dass man bei der Zucht auf den Erhalt der Hüteeigenschaften, der Arbeitsfreunde und den Trieb wieder mehr Wert legen würde. Deswegen bleibt ein Collie noch immer gut zu führen.

Meinen Dank auch an Sali für diese tollen unglaublich schönen Fotos (Anmerkung Sali: Die gibt es im nächsten Posting zu sehen). Sie sind unbezahlbar und immer wieder toll und mit so viel Liebe geschossen!

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Liebe Bettina,

vielen, vielen Dank für diese tolle Rasseportrait! Mein Herz hat Dane im Sturm erobert und ich kann seine liebenswerten und tollen Eigenschaften einfach nur bestätigen :-)
Ich freue mich schon auf unser nächstes Wiedersehen!!!

Liebe Grüße
Sali

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10 Kommentare

  1. Ein sehr schönes Rasseportrait über den Britischen Collie Bettina und ich kann sehr gut verstehen, warum du dich für Dane entschieden hast !!! bei uns in der Gegend sieht man kaum noch Collies und wenn dann nur die kleine Mini Variante die Shelties, finde ich sehr schade aber es zeigt auch, dass der Collie nach dem Lassie Hype kein Modehund mehr ist und das gefällt mir dann auch wieder sehr gut !

    Liebe Grüße
    Claudia

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  2. Wieder ein tolles Rasseporträt, was den Collie doch mal interessanter macht. Dass Collies in Arbeits- und Showlinien gezüchtet werden, war mir bisher auch noch nicht bewusst, danke für diese Aufklärung. Und die Bilder, ja die sprechen Bände.

    Wuff-Wuff Chris

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    1. Hallo Chris,

      ganz so stimmt es nicht. Es gibt nicht wirklich 2 Linien. In der "modernen" Colliezucht wird nur auf andere Eigenschaften mehr Wert gelegt, als auf das Hüten und Arbeiten (Augen und viel Fell zB.) . Und die, die damit noch arbeiten wollen, greifen auf den amerikanischen Typ zurück und lassen ihn mit einfließen bei den Briten, weil ihnen sonst das z.B. Fell zu üppig ist. Ich aber finde den britischen (echten) Collie sehr schön und würde mir wünschen, dass man zusätzlich zum äußeren Erscheinungsbild die Arbeitsfreude wieder mehr mitbewert und darauf achtet, das diese erhalten bleibt. Das macht einen Collie als Hütehund doch auch aus m.M.n.

      Lg Bettina

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    2. Ach so, dann hab ich das falsch verstanden. Ich ging jetzt vom Fox aus, wo du wirklich diese Linien hast - die jagdliche Leistungszucht, wo du aber nicht unbedingt einen Familienhund her bekommst und die reine Schönheitszucht, wo der Jagdtrieb etwas niedriger ausfallen soll. Aber danke noch mal für die Aufklärung.

      Wuff-Wuff dein Chris

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  3. Ich liebe Collies und einmal mehr wurde ich in meiner Liebe zu ihnen bestätigt. Irgendwann...irgendwann, da erfülle ich mir meinen Kindheitstraum.

    Danke für das wunderbare Portrait.

    Liebe Grüsse
    Ramona und Rudel

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  4. Danke für das tolle Rassenportrait, du hast den Colli so toll beschrieben, einfach liebensweret. Frauchen hatte speziell Freude an deinen "Nachdenklichen" Gedanken - wirklich schade - wie die Menschen manchmal unsere Fähigkeiten verändern möchten - das Original ist doch einfach nicht zu toppen.
    Morgengruss von Ayka

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  5. Was für ein wunderschönes und liebevolles Porträt!
    Ich muss gestehen, dass ich Collies auch eher mit "Lassie und Timmy" verbinde, darum habe ich hier wirklich viel Neues erfahren, das Fell habe ich mir z.B. wesentlich pflegeintensiver vorgestellt.
    Auf die Fotos von Sali freue ich mich auch schon!

    Liebe Grüße,
    Salanda

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  6. Ein wunderbares Rasseportrait für den Collie, welches ich nur bestätigen kann. Da ich allzu üppiges Fell nicht mag, liebe ich natürlich umso mehr die kurzhaarige Variante oder könnte mich für die amerikanische Zuchtlinie begeistern, die meinem Typ von Collie bedeutend näher kommt... ;)

    Ganz besonders liebe ich die Umschreibung "ein Hund der leisen Töne", das ist es, was ein hochsensibler und absolut loyaler Collie von seinem Halter erwarten darf. Die Treue, die einem solch ein Hund dafür entgegen bringt, ist unbeschreiblich. Auch die angesprochene Sozialisierung ist gerade bei einem Collie unabdingbar, sonst wird man (u. U.) nicht viel Freude an diesen großartigen Hunden haben. Da hängt auch, wie Bettina schon geschrieben hat, ganz viel von der Zuchtstätte und den Elterntieren ab. Natürlich gilt das für jede Rasse, aber bei einem Collie erst recht...

    Edel und sanftmütig, angenehmer kann ein Begleiter nicht sein und fast schon selbsterziehend *gg*. Mit Kim gab es nie ein Problem und obwohl unkastrierter Rüde, hat er sich ebenfalls mit allem und jedem vertragen.

    Einzig und allein kann ich mir diese hochsensiblen und harmoniesüchtigen Tiere nicht so recht in einer turbulenten Familie mit Kinder vorstellen. Aber ehrlich gesagt, ist solch ein Terrain auch nicht mein Spezialgebiet *lach*.

    Danke für diesen Beitrag - ich geh dann (mit Linda im Arm) mal eine Runde heulen!

    Andrea

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    1. Ich hab noch was vergessen: Und dieser Gang... *schwärm*

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  7. Bettina, hast Du ganz toll geschrieben ! Genauso ist es und @Andrea : wir hatten mit kleinen wilden und lauten Kindern einen Collie, meine Chinger ! Die hat vom ersten Tag mitgemacht und Barbies geklaut trotz meiner hysterisch hinter ihr her rennenden Tochter, sie war auch Trainingspartnerin meines Sohnes und hat des öfteren einen Fußball ins Gesicht bekommen, was ihre Fußballeidenschaft nicht verringert hat ! Bei uns war immer Trubel und Lärm, viele Kinder, Action, doch Chinger war immer vorne mit an der "Front" !Ein guter Collie ist für Kinder jeden Alters und jeden Temperaments der beste Spielgefährte, von daher - in erster Linie auf eine gute und robuste Zucht schauen ! Ich liebe Collies !

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