9. Türchen vom Adventskalender

Montag, Dezember 09, 2013

Liebe Blogleser,

die zweite Adventswoche hat begonnen und wir haben schon
viele schöne Kalendertürchen öffnen können.
Ein riesen Dankeschön an euch alle!

Für unser heutiges Kalendertürchen braucht ihr etwas länger -
macht es euch  gemütlich und  dann

viel Spaß beim Lesen:





Ein Adventstürchen von Jenny Brix




Andy – Erzählungen eines liebenswerten Hundes

Wenn Andy reden könnte, was würde er uns Zweibeinern erzählen? Vielleicht würde er uns ein paar Erlebnisse berichten, die für ihn richtig aufregend waren. Also hören wir ihm einfach ein wenig zu:


Mann, Frauchen, komm endlich in die Gänge, mir drückt die Blase. Das denke ich, als ich dabei zuschaue, wie sich mein Frauchen etwas an die Füße steckt, was sooo lecker riecht und ich aber leider nicht anknabbern darf. Hast du kein Fell? Wieso ziehst du jetzt noch zwei Jacken übereinander an? Das dauert mal wieder eine halbe Ewigkeit, ehe Frauchen mir das Halsband umbindet und dort die Leine einhakt.

Endlich, wir sind an der Haustür. Hoppla, was ist da draußen passiert? Sonst sind ist der Boden doch grau und aus lauter Steinen. Über Nacht hat da jemand einen weißen Teppich hingelegt. Das Zeug ist weich und kalt. Aber ich muss neugierig meine Nase hinein stecken und eine Runde „Schneepflug“ spielen. Dass mein Frauchen da immer schimpft, interessiert mich im Moment recht wenig. Da unten drunter riecht es nämlich interessant und schließlich muss ich doch wissen, wo ich meine Duftmarken setzen muss, um eine nette Hündin kennen zu lernen.

Die Richtung, in die mich Frauchen zerrt, gefällt mir gar nicht. Deshalb bleibe ich an jedem Baum und jedem Laternenmast so lange wie möglich stehen. Schade, dass ich nicht so viel Kraft wie mein Frauchen habe, denn plötzlich sind wir vor dem Haus, vor dem ich mich immer fürchte. Da drin gibt es nämlich so ein großes silbernes Ding. Wenn ich da drauf muss, kommt jedes Mal jemand, der mir in der Schnauze herum werkelt oder mir so ein blödes piekendes Ding in den Po steckt. Aber heute geht Frauchen mit mir nur zu der Frau im Vorraum und bekommt von ihr etwas. Dann geht es wieder in Richtung Heimat.




Und wieder muss ich warten, bis sich Frauchen aus ihren Jacken gepellt und die komischen Dinger von den Füßen gezerrt hat. Beeil dich, belle ich sie ein paar Mal an. Mein Magen knurrt nämlich mächtig gewaltig. So laut möchte ich selbst mit Absicht knurren können. Dann höre ich endlich ein gut bekanntes Geräusch. Es sind lauter kleine Ringe, die Frauchen in meinen Napf füllt. Die schmecken zwar, aber bei meinen doch schon etwas betagteren Zähnen würde ich mir etwas Weicheres zu futtern wünschen. Aber wenn ich das meinem Frauchen durch anhaltendes Bellen erzählen möchte, verbietet sie mir den Mund. Und verstehen tut sie mich gleich gar nicht.

Upps, was war das grad an der Tür? Als ich hinrennen möchte, bin ich etwas zu stürmisch und komme auf dem glatten Flurbelag ins Rutschen. Rums, macht es, als ich mit dem Hinterteil an der Tür bremse. Daraufhin bellt es vor der Tür. „Hurra, das ist Mara, meine beste Freundin!“ Als wir vor lauter Wiedersehensfreude umeinander herum rennen, wickeln wir die Beine von Maras Frauchen mit ein. Und die setzt sich glatt auf ihr dickes Hinterteil, als sie einen Schritt rückwärts machen will. Glücklicherweise ist sie auf dem Hocker gelandet, den mein Frauchen im Flur stehen hat.

Endlich hat sie Mara von der Leine befreit und wir rennen zusammen ins Wohnzimmer, wo mehrere Spielzeuge auf dem Boden liegen. Zuerst balgen wir uns um mein Plüschtier. Doch Frauchen hat Angst, dass wir es zerfetzen könnten, und nimmt es uns weg. „So eine Schweinerei, das ist mein Plüschtier“, belle ich sie protestierend an. Ich versuche, es ihr aus der Hand zu schnappen, doch sie ist schneller und legt es ganz weit oben auf einen Schrank. Mara hat inzwischen meinen Gummiring entdeckt und wir zerren von beiden Seiten daran. Und wieder einmal vergeht die Zeit viel zu schnell, denn kaum haben wir uns darauf geeinigt, dass Mara mit dem Ring und ich mit dem alten Socken spiele, steht Maras Frauchen auf und verabschiedet sich.

Von der Toberei bin ich ziemlich müde geworden. Deshalb lege ich einen kurzen Zwischenstopp am Saufnapf ein und verschwinde in meinem Korb. Wach werde ich, als ich die Flurtür ins Schloss fallen höre. „Hurra, mein Herrchen ist wieder da“, belle ich und springe an meinem Herrchen hoch. Zuerst schubst er mich weg, aber dann krault er mich ganz lange hinter den Ohren. Das könnte er ewig machen, denn das tut sooo gut. Aber irgendwann hat er keine Lust mehr dazu, sondern nimmt mein Halsband und meine Leine vom Haken. „Ah, es geht raus. Das ist natürlich noch besser“, belle ich vor Freude und Herrchen schimpft, weil ich so einen Krach mache.

Herrchen geht mit mir immer auf ein großes Feld. Da ist weit und breit niemand. Er nimmt mir die Leine ab und ich kann nach Herzenslust rennen und die Wühlmäuse und Vögel scheuchen. Es gibt nur Zeiten, da sind Stoppeln auf dem Feld, die in die Pfötchen pieken. Aber jetzt liegt dort auch so ein ulkiger weißer Teppich. Als wir von dem Feld nach Hause laufen, knallt es plötzlich neben mir. Ich mache einen Satz nach vorn und es gibt einen Ruck. „Upps, da war die Leine zu Ende“, belle ich vor Schreck. Ich drehe mich nach meinem Herrchen um. Wenn ich es als Hund könnte, würde ich jetzt laut los lachen. Mein Herrchen sitzt mitten auf dem Weg und reibt sich den Po. Hm, dass das weiße Zeug glatt ist, wenn viele Leute drüber gelaufen sind, habe ich vorhin auch schon festgestellt.

Als wir zu Hause ankommen, reibt mir Frauchen erst einmal meine Pfötchen und den Bauch trocken. Dann darf ich in die Küche. Dort wartet ein Napf voll mit leckeren Fleischhäppchen, die ratzeputz in meinem Bauch verschwinden. Nach dem Futtern springe ich auf die Decke, die Frauchen extra für mich auf die Couch gelegt hat. Es war ein aufregender Tag, kann ich gerade noch denken, bevor mir die Augen zufallen…

Ich wünsche euch allen eine schöne Adventszeit,
euer Andy


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Foto: Mit freundlicher Genehmigung von M. Richter

Linktipp:

Mehr von Jenny Brix findet ihr auf ihrer HP: Hexen von Darygon.de



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6 Kommentare

  1. Liebe Jenny - der Titel deiner Geschichte passt pefekt - Andy ist wirklich einfach nur liebenswert und man schließt ihn direkt ins Herz. Vielen lieben Dank, dass du dich an der Aktion beteiligt hast und extra eine neue Geschichte für uns geschrieben hast.
    Liebe Grüße
    Sali

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  2. Eine schöne Geschichte von einem wirklich liebenswerten Hund. Danke.

    Liebe Grüsse
    Ramona und Rudel

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  3. Hallo Jenny,

    die Geschichte ist wieder einmal sehr gut gelungen. Das macht doch Lust auf mehr.

    Wuff-Wuff dein Chris

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  4. Eine tolle Hundegeschichte.
    Einen ganz herzlichen Nasenstups an Andy

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  5. Eine wunderbare Geschichte über einen liebenswerten Vierbeiner !
    Danke, das Du sie uns erzählt hast.

    Lieben Gruß
    Claudia

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  6. ... so liebenswert :-)

    Liebe Grüße - Monika mit Bente

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