Warum einen Cocker Spaniel?

Sonntag, Januar 20, 2013

Liebe Bloggleser,

wie alle Kinder haben natürlich auch meine Schwester und ich uns sehnsüchtig einen Hund gewünscht. Ganz oben auf der Favoritenliste stand ein Cocker und wir machten schon eifrig Pläne. Meine Eltern entschieden sich gegen die Anschaffung eines Hundes - aber in unserem Herzen hat die Rasse immer einen besonderen Platz behalten.

Heute sieht man Cocker nicht so häufig - in den 70er Jahren waren sie bei uns schon fast richtige Modehunde. Umso mehr habe ich mich gefreut Tatjana und ihre "Pfotenbande" im Netz kennengelernt zu haben - und natürlich war ich neugierig, warum sie sich für den Cocker entschieden hat.


Ein Cocker ist kein Cocker - Kimi (links) und Toni (rechts)

… einmal Cocker – immer Cocker: Kimi, Theo und Toni 
von Tatjana Bühn

Mit 10 Jahren entdeckte ich meine Liebe zu den Cockern aber ich musste viel älter werden, bis mein erster Cocker in mein Leben treten konnte. Aber ein Cocker ist kein Cocker und so folgten noch zwei weitere, um mein Cockerglück perfekt zu machen. Im Vorfeld habe ich mit monatelang Seite um Seite von Züchtern angeschaut, Bücher gelesen, nachgefragt. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Und so sind meine Cocker alle Tierschutzhunde mit schlechter Herkunft und miserabler Vergangenheit. Sie sind mir irgendwie passiert.

Kimi kam als erste. Auf einer Internetseite von einer Tierschutzorganisation schaute sie mich an und der Blick liess  mich nicht mehr los.

Kimi ein "Seelenhund"
Kimi, eine ehemalige Strassenhündin, die dann in der Perrera landete, hat mich mit ihrem Freiheitsdrang manchmal bis an den Rand des Wahnsinns gebracht. Aber ihre Sturheit hat ihr mit Sicherheit oft das Leben gerettet, ihr war kein Zaun zu hoch und keine Lücke zu klein. Aber sie ist auch der Hund, der es geschafft hat, in einem Schäferhundeverein die Begleithundeprüfung zu bestehen. Für mich ist sie mittlerweile der perfekte Hund. Dabei ist perfekt nicht als vollkommen zu verstehen.

Kimi hat einen riesigen Freiheitsdrang

Kimi ist sensibel, souverän, ein Wesen zum Verlieben. In ihren besten Zeiten als Rudelführer hat sie sich oftmals vor die anderen gestellt und so manch prekäre Situation gerettet. Kimi ist mein zweites Ich.

Mein ständige Begleiterin - Kimi

Dann kam Theo, auch von einer Tierschutzorganisation; ein Cocker aus der Jagdlinie; so groß, dass er manchmal für einen Settermix gehalten wird. Theo ist begierig zu arbeiten, Such- und Futterspiele sind „seins“. Bälle liebt er, ihnen kann er stundenlang nachjagen ohne müde zu werden.

Theo liebt Bälle über alles...


Man merkt seinen Jagdtrieb sofort. Man muss ihn fordern und beschäftigen, sonst beschäftigt er sich selbst und macht nur Unfug. Und wer sich der Illusion hingibt, dass man einem Cocker aus der Jagdlinie durch Erziehung das Jagen abgewöhnen könnte, der wird sehr schnell eines Besseren belehrt, nichts ist für ihn so herrlich wie das Jagen von Wild.



Theo wird wegen seiner Größe häufig mit einem Settermix verwechselt.

Der Dritte im Bunde ist Toni. Als Pflegestelle habe ich immer gesagt, dass ich jeden Hund in Pflege nehme außer einem Cocker –man nennt das Selbstschutz :-). Aber es kam wie es kommen musste: die angekündigte Amerikanische Cockerhündin (nicht mein Beuteschema) wurde im Verlauf der Fahrkette zu einem jungen Englischen Cockerrüden.

Toni, der dritte Cocker bei der Pfotenbande
 
Und eigentlich waren die Würfel schon gefallen, als ich dann nachts diesen übelriechenden Angstpinkler in meinen Armen hielt. Heute ist Toni einfach glücklich, wenn sein Mensch bei ihm ist. Seine Lieblingsbeschäftigung ist das Toben mit anderen Hunden. Er ist verträglich mit allem und jedem.

Toni als liebevoller Pflegepapa


Mit seinem Charme und seinen riesigen Pfoten hat er sich irgendwie bei uns eingeschlichen, er war nicht geplant und eigentlich war auch kein Platz für ihn. Eigentlich. Aber er ist ein Cocker und für einen Cocker ist hier immer Platz :-), allen guten Vorsätzen zum Trotz.

Toni mit seiner Lebensfreude und seinem Charm hat sich sofort in die Herzen seiner 2Beiner geschlichen.

In den ganzen Jahren habe ich sehr viel über die Bedürfnisse und das Verhalten von Cockern gelernt. Ein Cocker ist kein Anfängerhund, wie oftmals behauptet wird. Cocker sind oftmals stur, suchen sich aus, mit welchem Hund sie klarkommen wollen. Sie sind Persönlichkeiten und haben ihren eigenen Kopf und einen großen Einfallsreichtum, wenn es ums Fressen geht. Man muss liebevoll aber konsequent mit ihnen umgehen, sonst übernehmen sie bald das Regiment im Haus. Die Fellpflege ist durchaus anspruchsvoll und nimmt viel Zeit in Anspruch. Aber für mich ist jeder einzelne Moment mit diesen wunderbaren Tieren wertvoll.

Theo im Schnee ist ganz in seinem "Ball-Element"

Ursprung & Geschichte

Spaniel wurden verwendet, um das Wild auf die Jäger zuzutreiben. Diese Rasse, wie viele andere, die als Gebrauchshund entstanden, hat verschiedene genetische Linien, die sich auf Arbeitshund-Eigenschaften oder auf das Standard-konforme Aussehen fokussiert haben. Diese Linien werden als Arbeits-Linien und als Show-Linien bezeichnet. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Cocker Spaniel als Haustiere und Familienhunde vermehrt gezüchtet und häufiger auf Ausstellungen gezeigt. Ihre Beliebtheit stieg damals enorm an und für eine Weile war diese Rasse, die beim englischen Kennel Club am häufigsten registrierte Hunderasse.


Theo gehört zur Jadlinie seiner Rasse

Heute erlebt der English Cocker Spaniel einen Aufschwung als Arbeitshund und Jagdhund. Hunde der Arbeitslinien unterscheiden sich deutlich in ihrem Erscheinungsbild. Die Arbeits-Cocker wurden ausschließlich gezüchtet, um bei der Jagd eingesetzt zu werden. Obwohl die Arbeits- Hunde als die gleiche Rasse registriert werden, haben sich die beiden Linien so stark voneinander entwickelt, dass sie nur selten miteinander verpaart werden.  Die Arbeitshund-Linien haben oft körperliche Merkmale, welche einen Sieg auf Ausstellungen oft ausschließt. Ihr Fell ist kürzer und die Ohren hängen weniger stark herab als bei den Ausstellungslinien. Längeres Fell und Ohren, die für Ausstellungen ausgewählt werden, sind ein Hindernis bei der Jagd.



Ein English Cocker Spaniel sollte  fröhlich und verspielt sein und temperamentvoll. Die Rasse gilt zudem als anhänglich und treu, und seiner Familie ergeben. Das Allein sein sollen sie wohl nicht mögen und sie schließen sich anscheinend besonders stark an eine einzige Bezugsperson in der Familie an. Sie können zuweilen recht eigen sein und sind für ihren Sturkopf bekannt, können natürlich trotzdem erzogen werden.

Cocker sind eine temperamentvolle Rasse


Es gibt sie in den Farbschlägen rot vom hellsten creme über golden und beige bis hin zum dunklen rehbraun, schwarz,, braun, zobel und vielen weiteren Farbschlägen und natürlich die Mehrfarbigen blauschimmel - schwarz-weiß geschimmelt, blauschimmel, zobelschimmel und auch hier viele weitere Farbschläge.




Fotos + Text: Tatjana Bühn

Linktipps:

Mehr von der Pfotengang gibt es auf der HP: www.pfotengang.de
und dem Blogg: Pfotengangs Welt
Vielen lieben Dank Tatjana für dieses wunderbare Portrait!

Liebe Grüße


You Might Also Like

19 Kommentare

  1. Nun bin ich ganz ergriffen - von dem herzlichen Bericht und den wunderschönen Fotos - danke für die wunderbare bebilderte Erzählung.

    Ganz liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich war auch ganz hin und weg als Tatjana mir ihr Portrait schickte - es spricht soviel Liebe aus jeder Zeile.
      Liebe Grüße
      Sali

      Löschen
  2. Ein sehr, sehr schöner Bericht und zugleich eine Liebeserklärung an die eigenen Hunde :) Gefällt mir sehr gut und überhaupt kann ich immer wieder nur betonen, wie gut mir diese Reihe gefällt :)

    Liebste Grüße,
    das Lillyfrauchen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Für mich sind die Reihen "Seelenhunde" und "Warum einen..." auch etwas ganz besonderes und ich finde es total lieb, wieviele Menschen mich dabei unterstützen. Besonders schön finde ich es die Menschen und ihre Hunde noch besser kennenzulernen und danke allen für die Offenheit so private und schöne Einblicke zu gewähren.
      Liebe Grüße
      Sali

      Löschen
  3. Ein wunderbarer Bericht und dazu die tollen Fotos. Als ich den Bericht gelesen habe, wurde ich gleich an meinen "Mayer" erinnert. Mein erster eigener Hund und ein Cocker wie er im Bericht beschrieben wird. Ein Dickkopf, ein Alleinspazierer und ein wahnsinnig verfressener Charmeur. Er war in unserem Viertel bekannt, wie der sprichwörtliche bunte Hund.

    Danke, für diese wunderschönen Erinnerungen.

    Liebe Grüße Conny + Nase

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Conny ich sehe deinen "Mayer" richtig bildlich vor mir und freue mich, dass der Bericht auch bei dir so schöne Kindheitserinnerungen geweckt hat.
      Liebe Grüße
      Sali

      Löschen
  4. Mensch Tatjana, das ist ja ein toller Bericht.

    Als ich ein Kind war, hatte unsere Nachbarin einen schwarz-weißen Cocker namens Ratz. Ich habe mein Taschengeld zusammen gekratzt und ihm beim Metzger Fleischwurst gekauft. Für 5,00 DM. Und dann, dann wollte ich ihm das nach und nach geben. Aber dann kam Ratz und ratz fatz war die Wurst aufgefressen. Ich war so traurig und lernte, dass Cocker sehr gefräßig sind. Bei nächstem Mal gab es Wurst vom Supermarkt und nur ein kleines Stück. Aber ansonsten ein toller Hund. Heute sieht man sie leider nicht so oft. Also, auch für mich eine schöne Erinnerung. Danke dafür.

    Viele liebe Grüße

    Sabine mit Socke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sabine das hast du herrlich beschrieben und ich kann mir richtig das kleine Mädchen vorstellen - danke!
      Liebe Grüße
      Sali

      Löschen
  5. Wunderschöne Fotos und ein tolles Portrait Deiner drei süssen, hat mir Freude gemacht zu lesen :-)

    Beim Lesen ist mir aufgefallen das ich tatsächlich schon lange keinen Cocker mehr live gesehen habe, vor ein paar Jahren hatten wir einen in der Nachbarschaft und den fand ich echt klasse, er war so fröhlich, verspielt und aufgeweckt, mit Shaggy hat er sich auch super verstanden, ist dann aber leider weggezogen, es hat mir und Shaggy immer Spaß gemacht ihn zu treffen :-)

    Liebe Grüße
    Fraule Astrid



    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja bei uns gibt es in der Umgebung auch nur einen einzigen Cocker - schade!
      Liebe Grüße
      Sali

      Löschen
  6. Eine wunderbar einfühlsame Schilderung der einzelnen Charaktere mit herrlichen Fotos!

    AntwortenLöschen
  7. Die sehen wirklich zum Verlieben aus. Die Fotos Spitzenklasse.
    Wir haben einen Cocker in der Nachbarschaft, aber mit dessen Frauchen ist nicht gut Kirschen essen, da müssen wir grossräumig ausweichen....
    Schade gell..
    Grüsse Hayka und A-Yana mit Leinenträgerin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja bei den tolle Fotos von Tatjana konnte ich mich erst gar nicht entscheiden - sie hat so wunderschöne Aufnahmen auf dem Blogg und der HP - traumhaft!
      Liebe Grüße
      Sali

      Löschen
  8. Das hast Du ganz toll umgesetzt.

    Übrigens zu Deinem Kommentar zu den Hundekeksen: Warum sollt Mensch sie nicht essen? Es ist nichts, das Mensch nicht auch essen könnte. Frauchen hat sie auch probiert und meint, sie seien gut. Hoffentlich fängt sie nicht noch an, uns alles wegzuessen.

    Schabberbussis von der Pfotengang

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bei einer so tollen Vorlage, war es ja einfach es auch schön umzusetzen :-)!

      Zu den Keksen - ich hatte überlegt, ob sie 2Beinern wohl wegen den fehlenden Zucker schmecken? Meiner Figur würde es wahrscheinlich nicht schaden *kicher*
      liebe Grüße
      Sali

      Löschen
  9. Das ist ein wundervolles Portrait mit tollen Bildern...ich mag Cocker sehr gerne aber leider sieht man nur noch ganz selten einen aber wenn dann freue ich mich immer besonders....Deine Seite gefällt mir richtug gut und ich komme jetzt öfter bei Dir vorbei...Bis bald

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für das Lob und schön, dass du jetzt bei uns Leser bist!!!
      Liebe Grüße
      Sali

      Löschen
  10. Auch ich bin sehr begeistert von dem schönen Portrait. Wie Sali schon eingangs schrieb, wollten wir als Kinder immer einen Cockerspaniel. Bekannte von uns hatten einen Cockerspaniel und ich war immer sehr neidisch. Für mich verbindet diese Rasse immer diese Sehnsucht meiner Kindheit. Cockerspaniel wecken für mich das Gefühl von Geborgenheit und Treue. Danke für den schönen Bericht, der heute einen Sonneschein in das Schneechaos hier bringt.
    Liebe Grüße aus dem verschneiten "Kleinsibirien",
    Micky

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebes Schwesterchen - danke für deinen lieben Kommentar!
      Dicken Bussi,
      deine Bine

      Löschen

Popular Posts

Folge uns...

Subscribe