Ungewöhnliche Tierfreundschaften

Mittwoch, Januar 30, 2013


Susanne hatte die Idee auf dem Blogg doch auch einmal "Ungewöhnliche Tierfreundschaften" vorzustellen und schickte mir diesen Bericht mit ihren Fotos. Mich hat die Geschichte sofort fasziniert und ich hatte bei  Luka und Findus eine dicke Gänsehaut vor Rührung. Ich bin mir sicher euch wird es genauso ergehen. Aber auch bei ihren Windhunden hat sie für mich erstaunliches vollbracht - viel Spaß beim Lesen!





 "Unsere Hunde und die anderen Tiere bei uns im Haushalt…"
Ein Gastbeitrag von Susanne Illich



Bevor wir den ersten Hund zu uns holten, gab es immer schon Kleintiere bei uns, wie Kaninchen, Wellensittiche und Papageien. Als unsere Luka dann am 6. Januar 1999 im zarten Alter von 7 Wochen aus dem Mayener Tierheim bei uns einzog, hatte sie von Anfang an Kontakt zu unseren Amazonen. Zu Beginn versuchte sie, mit den komischen grünen Vögeln, die oft auch auf dem Boden herum liefen zu spielen. Nachdem unsere Venezuela-Amazone sie jedoch einmal recht heimtückisch in die Welpenpfote gebissen hatte, beließ Luka es zukünftig beim Beobachten bzw., wenn ihr einer der Vögel zu nah kam, zog sie es vor sich zu verdrücken.



Lukas Spielversuche mit unserer Blaustirnamazone

Am 21. Februar 2002 (es war ein kalter Tag mit leichtem Schneefall) stolperte die Hündin einer damaligen Freundin in einem der Rapsfelder nahe dem Weg über ein kleines Fellbündel, das erst von ihr und kurze Zeit darauf von Luka herum getragen wurde. Als ich Luka dann endlich nach einer gefühlten Ewigkeit (in Wirklichkeit dauerte die Episode nicht länger als vielleicht eine gute Minute) einholen konnte, ließ sie das strampelnde kleine Etwas auch schon fallen. Schnell erkannte ich zu meiner Bestürzung, dass es sich um ein noch winziges Feldhasenbaby handelte. Innerhalb von Bruchteilen von Sekunden wägte ich ab, was ich machen sollte, entschloss mich dann jedoch schweren Herzens, den kleinen Hoppelhasen mitzunehmen, weil ich befürchtete, dass er von seiner Mutter so mit dem ganzen Hundegeruch an sich nicht mehr angenommen würde.

So begann eine sehr aufregende, spannende Zeit bei uns, denn die Hasenaufzucht ist nicht so ganz einfach. Umso erfreulicher war es dann, dass das Hasenkind nach wenigen Tagen tatsächlich richtig gut zunahm. Luka, die dem kleinen Hasen anfangs recht skeptisch begegnete, fing mit der Zeit an, sich mit ihm anzufreunden. Dazu gehörte, dass sie die Milchreste schlabbern durfte, sie fing an den kleinen Hasen zu putzen, und bald waren die beiden ein Herz und eine Seele. Findus, wie ich den Kleinen mittlerweile getauft hatte, spielte mit Luka Fangen (jeder flitzte mal dem anderen hinterher), versuchte gelegentlich an Luka Fell zu saugen und hatte bald genauso viel Vertrauen zu seiner vierbeinigen Ziehmama wie zu mir.

 


Luka mit dem etwa drei Wochen alten Findus








Da Findus so vertraut mit unserer Luka war, riet man uns schließlich davon ab, ihn wieder auszuwildern. So ist er geblieben. Ein halbes Jahr später adoptierten wir unseren ersten Windhund – die Greyhound-Hündin Annabel. Viele windhunderfahrene Leute hatten so ihre Zweifel, ob das wirklich mit Hase und Papagei klappen würde. Und wie das funktionierte! Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit machte sich Annabel gar nichts mehr daraus, wenn die beiden im Zimmer herum liefen. Ja, Findus brachte es sogar mal fertig, Annabel direkt zwischen die Pfoten zu springen, als sie auf dem Sofa lag. Ich hielt die Luft an, aber Annabel beschwichtigte mit Züngeln und sah zur Seite. Zumindest in meinem Beisein hätte sie dem Hasen niemals etwas getan. Hier im Haus herrschte immer der so genannte Burgfrieden.






 


Dies ist das letzte gemeinsame Bild von Luka und Findus (Novemer 2008):




Luka ging am 28. Januar 2009 aufgrund eines Krebsleidens mit nur 10 Jahren über die Regenbogenbrücke, Findus folgte ihr am 25. Mai des gleichen Jahres im Alter von über 7 Jahren, was für einen Feldhasen ein sehr schönes Alter ist.

Auch unsere beiden Youngster Lilly (Greyhound) und Sali (Whippet) arrangieren sich bestens mit unserer Venezuela-Amazone Nepomuk:





 


Foto + Text: Susanne Illich

Weitere Fotos  von Susanne: www.Seidenportal.de


Linktipp - weitere Artikel von Susanne Illich auf dem Blogg:

Warum ein Greyhound
- ein Rasseportrait
Warum einen Whippet - ein Rasseportrait

Vielen Dank Susanne für die tolle Idee und den wunderschönen Bloggbeitrag!

Liebe Grüße

  

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17 Kommentare

  1. Ich werd´verrückt - das Frauchen auch. Wir gucken nun schon alle Bilder 2x an und kommen heute bestimmt noch öfter wieder ...

    Vor mir ist - glaube ich - alles sicher - aber ein HASE auf dem Sofa, statt im Napf - ich weiß nicht...Bente

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    1. Bente, bei Chiru wäre das glaube ich auch unmöglich - aber vielleicht setze ich da einfach auch zu wenig Vertrauen in meinen kleinen Mr. Wichtig.
      Liebe Grüße
      Sali

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  2. Ein wunderbarer Bericht mit entzückenden Fotos! Hier hat offenbar jemand eine sehr glückliche Hand! Ich bin begeistert :) Liebe Grüße, Silke

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    1. Ja das hat Susanne wirklich!
      Liebe Grüße
      Sali

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  3. Freundschaft ist wnderbar!
    Bei uns leben auch Katzen, Hunde und Nager zusammen.

    Viele liebe Grüße
    Babs und die Nudlis

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    1. Stelle ich mir total schön vor mit so vielen Tieren zusammen zu leben!
      Liebe Grüße
      Sali

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  4. Mein Gott, was für fabelhafte Bilder und erst die Geschichten dazu - klasse :) In der Dogs war auch mal ein Artikel über außergewöhnliche Tierfreunde ... so was finde ich immer total toll und lese das unheimlich gerne - einfach nur schön :)

    Liebste Grüße,
    - Lilly's Frauchen -

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    1. Ja diesmal kann ich mich noch nicht mal selber für die tolle Idee loben ;-) - Susanne hatte da echt eine super Idee mit dem Thema und ich würde mich riesig freuen, wenn ich die Serie noch mit anderen Tierfreundschaften fortsetzen könnte.
      Liebe Grüße
      Sali

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  5. Hallo Sali,

    ich bin echt begeistert. Bei mir wirst Du ab jetzt die "Tierflüsterin" genannt.

    Liebe Grüße

    Thomas

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    1. Na das Lob gebe ich gerne an Susanne weiter - ich bin in diesem Fall nur die Webgestalterin ;-)!
      Liebe Grüße
      Sali

      PS: Obwohl an der Bezeichnung "Tierflüsterin" hätte ich Spaß gehabt ;-)

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  6. Es ist schon sehr interessant, was es für tolle und außergewöhnliche tierische Freundschaften geben kann.
    Raja hätte wohl keine großen Probleme mit einem gefiederten Freund,wenn uns die Rotkehlchen oder die Meisen auf der Terrasse besuchen, werden sie ziemlich gelassen hingenommen, vom Hasen kennt sie bisher nur die "Knödel" und die sind auf ihrem Speiseplan besonders beliebt.
    Wir haben mal vor einiger Zeit die ausgebüxte Wasserschildkröte unseres Gartennachbarn beherbergt, vor der hatte Raja einen ungeheuren Respekt und zwischen ihr und der Schildkröte wurde grundsätzlich die Individualdistanz eingehalten, kam die Schildkröte auf Raja zu, machte sie ein paar Schritte zurück,sie war froh als wir das Panzerteilchen wieder zurückgegeben haben.

    LG
    Claudia

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    1. Hallo Claudia, ich glaube Chiru würde sich beim Anblick einer Wasserschildkröte ähnlich wie Raja verhalten. Natürlich noch lautstark untermalt - das macht er bei allen Dingen, die ihm nicht ganz geheuer sind.
      Lg
      Sali

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  7. Faszinierend!!! Die tollen Fotos beweisen mal wieder: nichts ist unmöglich :-) Lucy hat unser Meerschweinchen immer geduldet - aber ob das eine echte Freundschaft war? Ich hab´da so meine Zweifel ... Viele Grüße von Sylvie mit Lucy

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  8. Hallo,
    wirklich eine schöne Idee besondere Freundschaften vorzustellen. Das macht Lust auf mehr interessante Tierfreundschaften.
    Dickes Kompliment an Susanne,
    herzliche Grüße
    Micky

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  9. Oh, was für eine schöne Geschichte mit so tollen Fotos! Schon allein, dass ein Feldhase sich als "Haustier" so gut macht... und dass es dann auch noch mit allen anderen tierischen Mitbewohnern klappt - klasse!
    Vielleicht finde ich ja mal die Zeit, Bilder von Ronjas vielen Tierfreunden zu suchen und etwas dazu aufzuschreiben. :)
    LG Linda und ihre Hundebande

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  10. wow ...das ist ja wunderbar....ich bin sehr beeindruckt wie das funktioniert weil ich glaube bei mir hätte der Hase nicht so viel zu lachen *schäm*

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  11. Das freut mich, dass Euch mein Bericht so viel Freude macht :-). Ob das mit einem Hasen oder einem Nagetierchen noch mal so gut funktionieren würde, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Das mit unserem Hasen Findus war eine ganz einmalige Sache, aber es hat mir die Feldhasen insgesamt sehr nahe gebracht. Es sind wunderbare, faszinierende Tiere. Und ich brauche wohl nicht erwähnen, dass es bei uns seitdem keinen Hasenbraten mehr gibt ;-).
    Ich freue mich schon sehr auf andere besondere Tierfreundschaften :-).
    Liebe Grüße
    Susanne mit dem Langnasen-Dreamteam

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